ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 4281

Kommt ein eMac-Nachfolger?

Braucht es einen?

Autor: flo - Datum: 30.05.2006

Vor einigen Tagen sinnierte AppleInsider über einen möglichen eMac-Nachfolger, an dem Apple angeblich derzeit bastele, um ihn im Herbst dieses Jahres herauszubringen. Seit gut zwei Jahren gab es keinerlei Überarbeitung des eMac mehr, nach der neuerlichen Beschränkung auf den Educationmarkt im Oktober letztes Jahres verschwand der eMac alsbald völlig aus dem Angebot. Da darf man schon fragen: Wird es wirklich noch einen Nachfolger geben? Seit der Vorstellung des Mac mini beißt sich der eMac ein wenig mit der Produktpalette, ein mini samt Monitor war nur wenig teurer. Dafür blieb der nie vergleichbare Unterschied "All-in-one" gegen "modular", was speziell für den Bildungsmarkt sowohl Vor- als auch Nachteile birgt: Einerseits ist ein All-in-one wahrscheinlich das robusteste, was man sich anschaffen kann, insbesondere in einer Form wie dem eMac. Keine herumhängenden Kabel, keine fragilen Teile. Andererseits ist ein Monitordefekt immer gleichbedeutend mit Totalausfall, das ganze Gerät muss weg. Und bei einer Modernisierung spielt bei modularen Systemen unter Umständen die Ersparnis neuer Monitore eine Rolle -- wobei man sich fragen muss, wie schnell die Rechner modernisiert werden (das passiert ja bei öffentlichen Einrichtungen gerne mal eher später als früher) und ob dann die Monitore/Displays überhaupt noch zu gebrauchen sind. Das Für und Wider wird im Einzelfall immer abgewogen werden müssen und lässt sich wohl nie pauschal bewerten.

AppleInsider geht von einem All-in-one Design aus, was wahrscheinlich klingt (sollte es einen Nachfolger geben), denn aus was sollte Apple ein modulares System basteln? Mac minis mit welchen Displays? Einem 20" Cinema Display? Wohl kaum. Mit Displays von Drittanbietern? Eher Apple-untypisch. Wobei ja zum Beispiel ein System à la Benq schon reizvoll wäre: Ein Monitor, der einen speziell auf den Mac mini abgestimmten Einbauplatz bietet. Bundles aus Mac mini (G4) und diesem Benq sind für knapp über 1000 Euro zu haben, also durchaus zu einem Preis, den man als Ziel für einen eMac anvisieren könnte -- wenn auch eher obere Grenze (der eMac lag bei 799). Einen hohen Einsatz würde ich auf diese Idee aber nicht verwetten ;)

Also doch wieder All-in-one. AppleInsider schlägt den iMac als Design-Grundlage vor. Der iMac beginnt derzeit bei 1349 Euro. Ein Mac mini beginnt bei 639 Euro. 1000 Euro würden also gerade dazwischen liegen. Fragt sich, wie man einen iMac so entschlacken könnte, dass man auf 1000 Euro kommt -- viel Einsparpotential sehe ich da nicht. Klar, man kann einen schwächeren Prozessor verbauen, etwa einen einkernigen Conroe. Aber dann wird es schon eng, denn alle weiteren Komponenten bieten keine große Marge: Laufwerke werden kaum einen Unterschied machen, Festplatten nicht, der Grafikchip würde gegen eine Chipsatzgrafik ausgetauscht, aber der Grafikchip kostet ja nun auch keine Unmengen. Mit Mühe und Not käme man also zu einem "Low-End"-iMac für vielleicht 1000 Euro. Da könnte man sich aber die Mühe vielleicht auch sparen und gleich das iBook als Schulrechner propagieren, das bekommt man auch zu diesem Preis. Dazu ist das mobile Klassenzimmer ein sehr attraktives Angebot -- auch wenn es freilich auf einen anderen Einsatzzweck abzielt.

Man könnte aber auch andersherum vorgehen und von einem Mac mini ausgehen und zusehen, wie man da ein Display ranbekommt und gleichzeitig das Design so ändert, um Einsparungen zu erzielen, die den Mehrpreis des zusätzlichen Displays wieder ausgleichen. Eine Möglichkeit wäre hier vielleicht der Einsatz von 3,5" statt 2.5"-Platten, dementsprechend auch Standard-Laufwerken statt Slimline. Dennoch benötigt der eMac dann wieder ein eigens gefertigtes Gehäuse, eine angepasste Platine etc., alles Punkte, die Mehrkosten bedeuten. Ein Preisniveau wie einst mit dem eMac scheint da schwer realisierbar.

Vielleicht ist alles in allem doch ein "Special iMac for education" die wahrscheinlichste Lösung. Denn da war doch was: im iMac steckt, trotz dediziertem Grafikchip, ein grafikfähiger Intel-Chipsatz. Das könnte einerseits reine Kostengründe haben (höhere Abnahmemenge), oder eben auf ein zusätzliches iMac-Modell hindeuten, eines ohne eigenen Grafikchip, bei dem man dann ohne weitere Änderungen einfach die Chipgrafik nutzt. Dazu überall ein bisschen an den Komponenten sparen, ein Conroe würde sich auch mit dem Board vertragen, et voilà. Ob man das als "eMac-Nachfolger" bezeichnen möchte, sei dahingestellt. Eine Möglichkeit, einen Desktop für 1000 Euro zu bieten, wäre es aber allemal.

Kommentare

Celerons

Von: ctopfel | Datum: 30.05.2006 | #1
Warum nicht ien billig mac mit celeron?

weil Celerons NetBurst "Architektu"r nutzen /nt

Von: don.redhorse | Datum: 30.05.2006 | #2
nt

Nicht nur

Von: Vorname | Datum: 30.05.2006 | #3
Gibt auch Celeron M

stellt doch die Leistung in den Keller

Von: Hawk | Datum: 30.05.2006 | #4
und holt sie euch per Wireless-Display ins Wohnzimmer.
Visuell kommunizieren wir doch mit dem Display und nicht mit dem Rechner. An Apple´s Stelle würde ich einen XServe in das mobile Klassenzimmer integrieren, ein freches 12.1" Tablet entwickeln, es extrem für Remote und WLAN trimmen, fertig. RAM, GHZ, Proz. = reine Nebensache. Ach ja, Grafikkarte sollte auch wieder 256 Graustufen können. Ich denke an eBooks im Hochformat lesen.

Sinn macht auch Folgendes:

Von: raller | Datum: 30.05.2006 | #5
Der Mac Mini bekommt einen Bruder mit Monitor ala Emac, dafür bekommt der Imac eine Schwester ohne Monitor, und schon gibt es alles für jeden: Mit Chipsatzgraka oder Vollfett, mit Monitor oder komplett nackt und damit von 600.-€ bis 1500.-€ alles zu kaufen..
Naja, und dann oben drauf noch die Mac Pro und die Xserve...
Lecker
Raller

MAc maximini

Von: Thyl (MacGuardians) | Datum: 30.05.2006 | #6
die Lösung fände ich nicht blöd. Das Vergrößern des Gehäuses würde die Situation bei den Komponenten entspannen, wie Du ja schon sagst. Hat der mini nicht ein externes Netzteil? Einfach ausbauen, mit rein in die Kiste, schwups ein gehäuse gespart. Mainboard muss man nicht umbauen, hohes Maß an Teilegleichheit bei speziellen Sachen und ansonsten, wie gesagt, 3.5 Zoll Platte, normales DVD Teil (kann man die Festplatte nicht per Netboot weglassen, oder dauert das zu lange bei 25 Maschinen?), und einfachere Oberfläche und man kann nochmal kräftig sparen. Und leicht zu warten/ zu reparieren.

Apple sollte sich hier weder den Schneid noch den Markt abkaufen lassen.

raller

Von: Hrusty | Datum: 30.05.2006 | #7
nicht schlecht. Gute Auswahl.
Nur wird sich der jetzige imac kaum verkaufen.

Den Ansatz die Hardware des mini mit einem Display zu bundeln ist mit dem MacBook bereits erfolgt.

Beim Display kann man viel einsparen

Von: miniMe | Datum: 30.05.2006 | #8
eMac mit 17" 4:3 TFT, 1,66 CoreSolo, GMA, Combo, 256 MB Ram, 40 GB HDD

..799 Euro

raller

Von: miniMe | Datum: 30.05.2006 | #9
iMac ohne Monitor = Pizzabox?

lecker

Netboot

Von: flo (MacGuardians) | Datum: 30.05.2006 | #10
Jaja, der alte Traum von "slim clients", die sich nie so recht auf breiter Front durchsetzen will. Wie ist das eigentlich mit Netboot, wie lange dauert das und wie laufen die Clients dann? Merkt man da einen Unterschied? Ist das derzeit brauchbar oder eher ein Gimmick? Habe noch keinen Netboot-Mac erlebt, hat jemand Erfahrung? Und wiviele Clients kann ein XServe beispielsweise sinnvoll bedienen?

Allerdings müsste da wohl eine ordentliche Verkabelung her, was in einem fest installierten Computerraum aber auch nicht so das Problem darstelen sollte. Für den portablen Einsatz hat man ja das rollende Klassenzimmer mit iBooks/MacBooks.

Flo: netboot

Von: miniMe | Datum: 31.05.2006 | #11
ist benutzbar, Geschwindigkeit hängt maßgeblich von Bandbreite und Clientzahl ab. Über wireless dauerts, mit 100MBit gehts schon.

Is ungefähr wie booten von CD, nur dass man von einem Netzwerk-Laufwerk (dmg) startet und mehr Schreibmöglichkeiten hat.

Ich konnte das bisher erst mit 2 Clients testen, doch um ein Beispiel für die Skalierung eines ähnl. Systems zu geben:

Eine Schule, die Linux-Tinclients in mehreren Klassenzimmern nutzen, und zwar mit W2k3 Server Terminal Services. Also reden wir von ca. 120 Clients die gleichzeitig über 100MBit mit einem kleinerem Server kommunizieren und das ist benutzbar. (Anm.: Im ganzen Netz sind noch ca 500 normale Clients so wie diverse Server, Router am kommunizieren, haben aber auch ein LWL-Backbone)

@MiniMe

Von: flo (MacGuardians) | Datum: 31.05.2006 | #12
Hast du da auch eine Kostenrelation? Lohnt eine solche Installation von thin clients gegenüber autarken Arbeitsplätzen?

celeron nutzt netburst...

Von: ctopfel | Datum: 31.05.2006 | #13
celeron nutzt netburst... und was heisst das nun? verunmöglicht das den einsatz?

es geht hier um das einsteiger aller einsteiger geräte, und da könnte meinetwegen alles mögliche drin sein.. ein P4, ein Celeron, ein AMD..

ctopfel -> es gibt auch celerons auf pentium m basis!

Von: Vorname | Datum: 31.05.2006 | #14
und nicht nur auf netburst... die sind garnicht mal schlecht!

*mööp*

Von: flo (MacGuardians) | Datum: 31.05.2006 | #15
@Vorname: die sind garnicht mal schlecht!

Einspruch, also eine abgespeckte Variante eines Pentium-M, dem Vorgänger der jetzt verbauten CPUs, wird es ganz bestimmt nicht geben, die werden weder noch produziert (was für sich genommen schon ein ziemlich gutes Argument ist... ;), noch wäre das im Vergleich zur Konkurrenz (und dem eigenen Angebot) eine nur irgendwie fähige Lösung. Zumal wir hier nicht mal von jetzt, sondern Herbst sprechen, da wäre das dann noch älter... brrrrr ;)

flo,

Von: Hawk | Datum: 31.05.2006 | #16
Thin Clients denke ich, wären für Apple nicht mehr zeitgemäß, sie sind zu einseitig. Warum aber nicht ein Tablet mit 12.1"? Den würden viele mit einbinden, gerade als Zweitgerät und in Schulen per "WireLess <===>Display" und Remoteanbindung. Hardware: das beste Display das es zur Zeit gibt, einen kleinen Prozessor, 2GB RAM, dicker Akku, WLAN - alles was man machen kann, Bluetooth ebenso, kein CD-ROM, kleine sparsame Platte, digital in/out, USB 2.0 + Firewire, Magnesiumgehäuse und die Oberfläche wie bei der Nikon F5 oder D2X. Option: Handymodul, Sprachsteuerung, Targetstation usw. <=== ich glaube dieses Teil würdest du dir kaufen. Preis: 777,- €
P.S. mein tc1100 von HP macht das schon per VNC und einem Mac mini 2GB mit 2.16 GHz Dual Core + AirPort Extrem

Äähhh..

Von: flo (MacGuardians) | Datum: 31.05.2006 | #17
...also Tablet-Fan bin ich keiner, daher würde ich es wohl nicht kaufen ;) Aber irre ich in der Annahme, dass das angesprochene HP tc1100 mal eben fast 2000 Euro kostet? Wie soll das denn gehen?

Klar

Von: Vorname | Datum: 31.05.2006 | #18
Wollte halt nur sagen, dass es auch andere Celerons gibt, als die "üblichen".

wie stellt ihr euch ein Wireless Display vor?

Von: Cyrus Mobasheri | Datum: 31.05.2006 | #19
Wireless Display wie soll das gehen?
Nehmen wir mal eine Auflösung von 1280X1024 an, und lassen das ganze eine 24 Bit Farbtiefe haben, nehmen dann noch 24 Bilder die Sekunde an, damit Bewegungen flüssig aussehen.

das sind 1280X1024X24X24 Bit pro Sekunde.
Das sind 754.974.720 Bit Pro Sekunde
Mit Overhead kommt man bestimmt auf fast 1GBit
Wie wollt ihr denn das Wireless übertragen?

Also so eine Airport Giga Suppa Duppa Mega Extreme Express Lösung will ich auch haben.

HP tc1100

Von: Hawk | Datum: 31.05.2006 | #20
flh, es hat einmal soviel gekostet, es wird leider nicht mehr hergestellt. Heute geht es aber wesentlich billiger. Das tc1100 ist nur ein Beispiel, wie man auch noch anders kommunizierern kann, und mehr brauchen viele nicht.

on topic

Von: Thesi | Datum: 31.05.2006 | #21
"Kommt ein eMac-Nachfolger?"
ich glaub nicht mehr dran. crt hat apple beerdigt und tft<17" der markt. 17" allinone = iMac. den kriegt man imho aber nicht in den bereich 999$ abgespeckt

"Braucht es einen?"
ne alternative zum mac mini im bereich 500-999$ wäre schön, wird uns apple aber imho nicht bescheren. es wird wohl nur speedbumps oder ne kleine preissenkung beim mac mini geben.

Flo: Kosten

Von: miniMe | Datum: 31.05.2006 | #22
Es lohnt sich in dem Beispiel weil man alte Rechner samt Monitor nutzt (statt sie wegzuwerfen wg. Veraltung).

So gesehen musste man nur Infrastruktur inkl. Server bereitstellen. Und ein paar Leute unbezahlt schuften lassen =D

Ich glaub aber nicht dass hier jemand einen speziellen Client angeschafft hätte.

Meiner Meinung nach sind "echte" Thinclients nur dann sinnvoll wenn es um Sicherheit und Kontrolle geht, da Schüler aber auch Verantwortung lernen sollten, und die Preisdifferenz nicht den verminderten Nutzen rechtfertigt, würd ich das eher in Banken und Versicherungen und zur Administration nutzen.

@Cyrus Mobasheri wegen WL Tablet

Von: Sascha | Datum: 01.06.2006 | #23
Hast Du schon mal mit VNC oder Apple Remote gearbeitet? Da geht zwar auch einiges an Daten hin und her, aber es wird nie der Bildschirminhalt "in Echtzeit" gestreamt!