ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 4305

Mac-Streifzug durch München

Besuch in der SolutionBar

Autor: flo - Datum: 01.07.2006

Nach rund eineinhalb Monaten führte mich der Alltag endlich wieder einmal nach München, sodass ich die Drohung wahrmachen und einmal bei der SolutionBar vorbeischauen konnte. Warum das alle Großraummünchener auch mal tun sollten:

Die SolutionBar ist eigentlich keine Bar, sondern ein Büro, wie mir Marco Peters (der Inhaber) bei einem Cappuccino erzählt, auf die Frage hin, als was die SolutionBar eigentlich angemeldet ist. Denn auf den ersten Blick sieht das, was sich da im Innenhof auf einem ehemaligen Postgelände in der Deroystraße präsentiert, nicht wie eine Bar aus -- auch nicht direkt wie ein Büro ;)


Zuerst muss man wissen, was und wo man sucht, an dem unscheinbaren Schildchen (unter einigen anderen) kann man schon einmal vorbeilaufen.


Im Innenhof, der im Übrigen (je nach Uhrzeit) wesentlich mehr Aussicht auf Erfolg bei der Parkplatzsuche bietet als die Deroystraße, finden sich eine ganze Reihe von "Garagen", Lagerhallen, oder was auch immer es einst gewesen sein mag. Die SolutionBar, gleich die erste Tür links, war wohl mal eine Schweisserei. Wer sich, wie ich, dem Charme alter Industrieanlagen nicht entziehen kann, wird ins Schwärmen kommen und im Geiste schon einmal sein Büro in einer der Hallen einrichten wollen ;)


Ich war wohl nicht der einzige, der beim ersten Anblick und Eintritt in die "Bar" lachen musste. Was auch auf der Webseite zu sehen ist, ist sie tatsächlich: die Solutionbar. Da ist nicht mehr, was vielleicht nicht mehr aufs Bild gepasst hat. Ein leicht erhöhtes weißes Podest führt zur GeniusBar-ähnlichen Theke und sieht dabei ein bisschen aus wie eine Laderampe, auf die man rückwärts mit dem Auto fahren kann, um den PowerMac leichter aus dem Kofferraum zu hieven. Ein Beamer wirft einen Newsstream samt SolutionBar-Logo auf die vertikale Fortführunge des Podests -- und das war es fast schon. Industrieminimalismus at its best. Der Architekt habe beim Anblick des Raumes gemeint, da solle gar nichts gemacht werden, einfach nur alles streichen, das würde schon reichen. Dass das so wortwörtlich genommen würde, hat wohl auch der Architekt nicht geglaubt.


Dass es im mausgrauen Ambiente dennoch nicht unterkühlt zugeht, dafür sorgt nicht nur der nette Plausch mit den "Büroinsassen", sondern auch der tatsächlich sehr gute Kaffee, der allen Bürobesuchern angeboten wird. Der Kaffee als Mittelpunkt (oder zumindest recht zentralem Bestandteil) ist es dann auch, der das neue Büro quasi so gestaltet hat, wie es eben aussieht: Denn im alten Büro fanden sich Mitarbeiter und Kunden zuletzt auch überwiegend im Besprechungsraum (mit Kaffeemaschine), also warum nicht gleich diesen Raum großzügiger gestalten und in den Mittelpunkt stellen?


Aber es ist eben keine Kaffeebar, sondern eine professionelle Anlaufstelle für Leute mit "Problemmacs". Das Modell mit drei unterschiedlichen Mitgliedschaften, die von 19 bis 89 Euro je Monat entsprechende Dienstleistungen (insbesondere Werkstattstunden) umfassen, ergänzt und die "kostenlose Mitgleidschaft", bei der man bei Einmalhilfe eben den jeweiligen Aufwand berechnet bekommt, ist mit das Interessanteste, was mir in Sachen Supportangebot bislang so untergekommen ist. Ausgehend von einem bereits vorhandenem Kundenstamm sehen das anscheinend auch viele weitere Macuser so, zumindest gibt sich Marco Peters sehr zufrieden mit der bisherigen Entwicklung (noch ohne großen Werbeaufwand).


Kaum einen Steinwurf entfernt hat ja vor nicht allzu langer Zeit auch Apple Deutschland im Renaissance-Haus Quartier bezogen (wer noch ein Büro sucht -- auf den Klingelschildern ist ein gewisser "Herr Mustermann" noch verdächtig oft vertreten...). Einige Applevertreter haben den Weg in die SolutionBar bereits gefunden (inkl Gelächter beim ersten Anblick ;), wenn auch ohne kaputten Mac (oder gar Prototypen) im Gepäck ;) Wer auf Apples Geheimnisse aus ist und sich kein Büro im Renaissance-Haus zu lesten vermag, könnte ja versuchen, sich im direkt gegenüberliegenden Augustiner-Keller auf die Lauer zu legen und auf bierselige Verhaspler zu warten. Man kann wirklich nicht sagen, dass der neue Standort keine übermäßige Verbesserung gegenüber dem abseits gelegenen früheren Quartier im Münchener Outback darstellt. Jetzt noch ein Apple Store im ebenfalls in walking distance gelegenen Münchener Stadtkern und auch der Kontakt zum Normaluser gelingt.



So lange muss man sich eben noch mit den Apple Centern... nein, den Premium Resellern *hüstel* begnügen, einem solchen stattete ich abschließend auch noch einen Besuch ab. Sehr erfreulich: Drei MacBooks standen mit diverser Software installiert zur Verfügung (zwei weiße, ein schwarzes, jeweils mit ordentlich RAM ausgestattet -- RAM-Aufstockung wird einem von den Verkäufern auch mit als erstes empfohlen), desweiteren drei MacBooks Pro (2x15, 1x17) -- besonders interessant: Ein 15er ist mit dem herkömmlichen "Non-Glossy"-Screen ausgestattet, das andere mit dem umstrittenen Glossy-Display. Der Unterschied sticht ins Auge (das gleiche Hintergrundbild _wirkt_ auf dem Glossy satter), welches der beiden Displays nun aber bei der Darstellung näher an der _Wirklichkeit_ liegt lässt sich aber nur an entsprechendem Bildmaterial erkennen (welches man anhand der im Bild vorhandenen Farbwerte beurteilen kann und zu dem man bestenfalls auch Proofs oder Referenzdrucke vorliegen hat). Aber Photoshop ist installiert, Interessierten steht ein Test also prinzipiell offen.

Soweit aus München, und nun noch ein schönes Wochenende.

Kommentare

Werbung

Von: Kurdwubel | Datum: 01.07.2006 | #1
"Ausgehend von einem bereits vorhandenem Kundenstamm sehen das anscheinend auch viele weitere Macuser so, zumindest gibt sich Marco Peters sehr zufrieden mit der bisherigen Entwicklung (noch ohne großen Werbeaufwand)."

Naja, eine dezente 'Werbekampagne' gab es ja unter anderem bei MacGuardians. Vorher hätte ich auch nie von dem Laden gehört. Auch MacNews hatte letztens einen kurzen Hinweis auf die Eröffnung gegeben, dass sollte doch als Werbung zumindest in der Mac-Community reichen.

Zum Thema Werbung

Von: Werbung | Datum: 02.07.2006 | #2
Bei uns in München im Glockenbachviertel, klebt hinter jedem Scheibenwischer ein Flyer. So viel zur Werbung

Werbung

Von: hendrikm | Datum: 02.07.2006 | #3
Naja... Flyer hinter allen Scheibenwischern im Viertel ist ja auch kein grosser Werbeaufwand...
Hier im ländlichen Gebiet um Hannover ist das für jede Zeltfete gang und gebe...
Aber sollte ich demnächst wieder nach München kommen ist das auf jeden Fall eine der ersten Adressen, die ich aufsuchen werde...
Sowas fehlt in Hannover nämlich definitiv noch!
Vor allem gutschmeckender Kaffee;)

SolutionBar

Von: AWDesign | Datum: 02.07.2006 | #4
Sehr guter Bericht endlich mal was genaueres über die SolutionBar erfahren wie es da so aussieht.

Danke!

Been There, Done This, No T-Shirt, … öhm Coffee

Von: stk | Datum: 02.07.2006 | #5
mein nur sehr kurzer Besuch dort war von allem anderen als Herzlichkeit durch den Betreiber geprägt. Man kam sich vor wie ein Störenfried, Kaffee gab's nicht und das Design als "minimalistisch" zu bezeichnen ist mehr als nur höflich. Für mich bleibt: Idee gut, Ausführung sehr verbesserungswürdig, und ansonsten gilt was meine Oma sagte: "Wenn Du nix Nettes über jemanden sagen kannst, sag lieber nix!"

Sehr geil...

Von: uniMac | Datum: 02.07.2006 | #6
...finde ich ja, dass Sie selbst den Feuerlöscher grau gestrichen haben. Ein wenig mehr Mut zu eigener Gestaltung würde dem Ganzen wohl gut tun. Aus der Ferne (Fotos MacGuardians) betrachtet sieht das aber eher sehr verlassen da aus. Gabs keine Kunden/Bedienung, die sich mit einem herzlichen Lächeln ablichten lassen wollte?

wenn das stimmt

Von: NAME | Datum: 02.07.2006 | #7
gibts wohl nach dem ärger mit apple arger mit dem gewerbeaufsichtsamt. ich meine feuerlöscher müssen klar in rot gekennzeichnet sein.

Farbgebung der Feuerlöscheinrichtungen

Von: JR | Datum: 03.07.2006 | #8
Maßgeblich für die SolutionBar werden die Gesetzlichen Regelungen der Versammlungsverstättenverordnung sein, und die Bayersiche sagt in § 28 Absatz 1 dass Feuerlöscher gut sichtbar angebracht sein müssen. Darüber hinaus wird, wenn es um Versicherungs- und Arbeitsschutzfragen geht stets auf die DIN-Normen verwiesen. Die hier anzuwendende ist die DIN EN 3. Dies schreibt neben den auf dem Bild nicht erkennbaren Pflichtangaben für Feuerlöscher (z.B. eine Bedienungsanleitung...) auch den Farbton vor. Zulässig sind rot, glänzend (RAL 3000) und Leuchtrot (RAL 3024).

Angenommen, der Sicherungskasten der SolutionBar fängt bei dem Versuch mit der alten Gaggia einen Versöhnungskaffe für stk zu brühen Feuer kann ich nur raten bei Unkenntnis über das verwendete Löschmittel (Vielleicht Wasser?) den Laden besser abbrennen zu lassen.

Der Feuerlöscher...

Von: flo (MacGuardians) | Datum: 03.07.2006 | #9
...ist in der Tat grau, aber es gibt umme Ecke dann noch den richtigen Feuerlöscher, keine Panik ;)

@uniMac: Die waren gerade hinter der Beamerwand mit Kunden beschäftigt.

Entäuschend

Von: Hans | Datum: 03.07.2006 | #10
Die Bilder sehen sehr entäuschend aus. Die gibt es in München bessere Anlaufstellen für Mac-Kunden - und die haben auch Kaffee.

Mal sehen wie das Live aussieht!

Könnte daran liegen...

Von: flo (MacGuardians) | Datum: 04.07.2006 | #11
Die Bilder sehen sehr entäuschend aus.

...dass ich kein begnadeter Fotograf bin ;)

Schade das die zukünftigen Apple Stores...

Von: Dirk Küpper | Datum: 10.07.2006 | #12
... die von der größten Retailkette in Deutschland abgebildet werden keine Geniusbar eingebaut ist. Nun ja, dann machen wir Apple Fans das eben virtuell-)