ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 4337

Merom wirft seinen Schatten voraus

Und der Mac mini versenkt die Konkurrenz

Autor: flo - Datum: 07.08.2006

Die aktuelle Ausgabe von Onkel Heinzens c't bringt (u.a) in zwei Artikeln durchaus wissenswertes für Mac-User zum Vorschein. Zum einen gelangte die Redaktion an einen Testrechner mit der Mobilvariante "Merom" des Core 2. Heruntergetaktet auf 2,16 GHz (für die bessere Vergleichbarkeit mit dem ebenso schnellen Yonah) erreichte der Chip in den SPEC-Benchmarks 23 respektive 32 Prozent (Integer resp. Fließkomma) mehr Leistung als der Vorgänger, und das tatsächlich bei fast gleicher Stromaufnahme, die nur zwischen 0,5 und 3 Watt (Ruhe/Volllast) höher lag als im Yonah-System. Wieviel davon tatsächlich beim Benutzer ankommt ist freilich eine ganz andere Frage (die Einzelwerte der Benchmark-Suite variieren stark, und es ist eben ein Benchmark...), doch die Ergebnisse zeigen dennoch die theoretisch möglichen Vorteile.

Zum zweiten überrascht der Mac mini im Vergleich mit einem seiner Klone, dem "cebop scope2 88MC" (ein Name von der Eleganz zähflüssigen Bitumens) ausgerechnet in der Kategorie "Grafik". Beide Knirpse nutzen die Chipsatzgrafik, das AOpen-Gerät, das mit seiner 2GHz-CPU ansonsten leistungsmäßig vorne liegt, knickt im 3DMark und in Spiele-Benches hingegen ein. Grund sind die beiden Speicherkanäle des Mac mini, dem AOpen nur einen entgegenzusetzen hat. Die dadurch verminderte Bandbreite macht sich bei Zugriffen des Grafikchips tatsächlich so stark bemerkbar, dass der Mac mini mit zwei installierten 512MB-Riegeln den Mini-Klon mit 1x1GB im Regen stehen lässt. Dabei spart man sich mit dem (übrigens todhässlichen) Klon höchstens Konstruktionsintelligenz, denn der cebop ist auch noch teurer als der Mac mini: 1259 Euro, wenn auch mit größerer Platte und mit eingebauter TV-Karte. Beides lässt sich am Mac mini nachrüsten, man bleibt immer noch unter dem Preis, hat das schönere und leisere Paket und muss sich zudem nicht mit Windows herumschlagen (auch wenn einige sich das freiwillig an einem Mac antun). Selbst wenn man dadurch weiterhin nicht zum Mac-mini-Fan werden muss, es zeigt doch, dass Apple im unteren Preissegment gegenüber vergleichbaren Produkten sowohl preislich als auch leistungsmäßig zu punkten weiß. Das ist bei einigen Produkten früher auch schon so gewesen. Aber das Vergleichen fällt nun leichter.

Kommentare

Guter Artikel!

Von: KnoblauchTraubeNuss | Datum: 07.08.2006 | #1
Danke!

Ich bin gespannt was Merom in realistischen Anwendungsbenchmarks bringen wird, erwarte mir aber nicht besonders viel. Trotzdem, vielleicht echte 10% mehr + 64 Bit - ist doch auch schön.

Formulierung :-)

Von: wetwater | Datum: 07.08.2006 | #2
"ein Name von der Eleganz zähflüssigen Bitumens": Wirklich sehr lustig formuliert :-)

Gespannt? Ja, ich auch, aber mehr darauf,

Von: Jörn D | Datum: 07.08.2006 | #3
wann und ob PowerMacs und MacBook Pro mit den neuen Prozessoren kommen werden!!

doppelte besezung

Von: ctopfel | Datum: 07.08.2006 | #4
Hallo Macguardians Team
Liegt der Vorteil nun an der gleichbesetzung der beiden Ram-Slots?
Ich bin zwar auch kein Bench-Fan, aber wie wärs, wenn ihr (oder jemand, der einen Macmini hat) einen test machen würde: specs mit gleichbesetzung der slots und ohne gleichbesetzung. Mich nähme wirklich mal wunder, wieviel das wirklich ausmacht.

Gleichbesetzung

Von: flo (MacGuardians) | Datum: 07.08.2006 | #5
Ja, der Vorteil ergibt sich _nur_ bei einer gleichbesetzung der beiden RAM-Steckplätze (afaik, so war es bei den iMac-Chipsätzen zu G5-Zeiten, der Chipsatz besitzt zwei Speicherkanäle und kann, wenn er zei gleiche Riegel entdeckt, beide zu einem "dicken" Kanal zusammenschalten -- ich denke, dem ist auch heute noch so).

Im Alltag macht die Gleichbesetzung nicht so viel aus, denn ob die Daten nun schneller und zahlreicher aus dem Speicher an den Chipsatz übergeben werden wird dann eher nebensächlich, wenn sie wieder durch den FSB zur CPU zurückgeschleust werden müssen. Und der FSB hat eine viel geringere Bandbreite als der Speicherbus im Dual-channel-Betrieb. Daher bleibt nur sehr wenig Mehrleistung.

Bei Grafikzugriffen ist der Effekt hingegen spürbar, dass er so deutlich ist, hätte ich auch nicht gedacht. Aber die Grafik sitzt ja nun im Chipsatz, von daher kann der Grafikchip von der (theoretisch) doppelt so hohen Bandbreite zum Speicher hin voll profitieren. Nimmt man dann noch hinzu, dass ja auch weiterhin die CPU Daten aus dem Speicher anfordert oder dorthin schreibt (und dann noch die Peripherie), hilft die größere Bandbreite noch mehr bzw. fällt die Beschränkung auf nur einen Kanal noch deutlicher ins Gewicht.

Kurz: Im Alltag ist's relativ wurscht, Word wird nicht schneller. Aber überall, wo der Grafikchip (für mehr als pure 2D-Ausgabe) gefragt ist, nutzt die Gleichbesetzung. Nicht immer gleich viel (nicht immer ist die Bandbreite zum Speicher der entscheidende Faktor), aber sichtlicherweise potentiell enorm.

???

Von: ghme | Datum: 07.08.2006 | #6
War hier nicht mal ein Bericht über die UB von Xpress? Häh?

UB Quark

Von: wonko_the_hopefully_sane | Datum: 07.08.2006 | #7
yepp, war mal da.

Und die....

Von: Stephan aus B. an der S. | Datum: 07.08.2006 | #8
Anzeige der ungelesenen Kommentare geht bei mir unter Safari wieder nicht. Hm.

stephan

Von: dave | Datum: 07.08.2006 | #9
dann check dochma dein system durch, cache löschen, blabla...

Zur Gleichbesetzung

Von: mbs | Datum: 07.08.2006 | #10
Die derzeit erhältlichen Intel-Macs können *nur* mit gleich besetzten RAM-Slots betrieben werden. Eine Einzelbestückung ist technisch gar nicht möglich. Der Mac bleibt sonst schon beim Speichertest hängen.

Die 512-MB-Modelle bestückt Apple deshalb mit 2 256-MB-Modulen.

Quark...

Von: flo (MacGuardians) | Datum: 07.08.2006 | #11
...hat sich in der Uhrzeit geirrt und nachträglich um Verschieben etwaiger Artikel gebeten... was weiß ich warum, in der PR-Mitteilung stand jedenfalls nichts von neuen, noch vorzustellenden Apfel-Produkten, die sie dann unerlaubterweise ausgeplaudert hätten... aber sollen sie ihren Willen halt haben, sonst bestrafen die uns noch mit XPress-Nutzung für mindestens fünf Jahre.

Ist ab heute um 22:01 wieder online. Dann klappt es wohl auch mit dem Download der UB-Variante.

@mbs

Von: flo (MacGuardians) | Datum: 07.08.2006 | #12
Nä, das kann nicht sein, im Mac Book Pro steckt nur ein Riegel, afaik. 1x512MB, der andere Slot ist frei. Und gleich besetzt werden müssen sie definitiv nicht, ich stand schon vor MacBooks mit 1,25 GB (256MB plus 1 GB).

Den iMac Core Duo kann man mit einem 512er bestellen

Von: KnoblauchTraubeNuss | Datum: 07.08.2006 | #13
Muss man nicht mit 2 Riegeln bestücken. MB läuft auch mit einem Riegel.

@flo

Von: Mayo | Datum: 07.08.2006 | #14
Apple empfiehlt beim MB zwei gleiche Riegel zu verwenden. Beim MBP ist das egal.

Kenne jemanden

Von: Hrusty | Datum: 07.08.2006 | #15
der einen mini hat.
Der hat mal den den mini getestet mit 1x1GB im Vergleich zu 2x512MB.
Er sagte, selbst unter OSX war der Bildschirmaufbau mit nur einem Riegel sehr zäh. Mit dem 2ten Riegel fluppte alles wie gewohnt. Da hat wohl AOpen am falschen Ende gespart.
Außerdem ist der Aopen ein wirkliches Nischenprodukt. Würde mal schätzen, dass davon keine 20% der mini Stückzahlen abgesetzt werden.
Hat einfach mit der größeren Auswahl im PC Bereich zu tun. Ohne trifftigen Grund kauft keiner so einen eleganten Kastrato Rechner. Udn allzuviele Gründe fallen mir nicht ein. Gut mit interner TV KArte und größere Platte (hoffentlich 3,5 Zoll) sind schon die größten Übel des mini beseitigt....