ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 4358

Apple und seine Zulieferer

Jeden Tag neues Ungemach

Autor: flo - Datum: 30.08.2006

Auf dem Schreibtisch liegen Berge von Akten, mit Tonnen von bedruckten Seiten, mit Myriaden von Zahlen darin, irgendwo der Wurm, den es zu finden gilt (oder zu verbergen? man weiß es nicht). Das Telefon klingelt. Tut es ständig, aber es klingt schon so fies, man hebt ab und weiß, nein, das will ich nicht hören. Am anderen Ende knackt es ein wenig, es rauscht, aber man versteht noch eben so: "Hallo, hier ist Sony, wir haben da so ein kleines Problem, also, naja, wirklich nicht so schlimm, es ist nur, unsere Akkus, hmmm, tja, die sind vielleicht nicht immer ganz so, wie soll ich sagen, so richtig gut, könnte sein, dass, öhm, dass wir, also ihr, die vielleicht zurückrufen müsst. 2 Millionen Stück sowas. Ja, tschüss dann." Morgens halb zehn in Cupertino, neues Ungemach. Vielleicht, möglicherweise, ist es nicht genau so passiert. Aber irgendwann kommt der Zeitpunkt, boom, und es ist klar, dass man eine Rückrufaktion für fast zwei Millionen Akkus starten muss, die über einen Zeitraum von fast drei Jahren verbaut wurden. Und eigentlich kann man rein gar nichts dafür. Jaja, schon klar, Akkuprobleme sind nicht neu, und auch oder gerade Apple wird nicht völlig erstaunt sein, dass es sie erwischt hat, und wenn man sich auf einen bestimmten Standpunkt stellt, sind sie auch nicht frei von jedweder Schuld -- aber wer ist das schon. Dennoch bleibt: ein Zulieferer baut Bockmist, er wird dafür auch (größtenteils) zahlen, keine Frage, aber was steht in den Nachrichten? "Apple ruft Akkus zurück". "Dell ruft Akkus zurück". Erst im Text, vielleicht in einem Nebensatz, vielleicht erst im vorletzten Absatz, steht zu lesen, dass Sony der Hersteller der Akkus ist. Und da das Gros der Leser nunmal über die Überschrift nicht immer hinauskommt hat man das PR-Desaster am Hals.

Ein anderer Tag. Es flattert eine Mail herein, man solle doch mal die englische Daily Mail lesen. Und dort liest man dann, dass der Hersteller seines populärsten Geräts angeblich übelste Arbeitsbedingungen pflegt, und öfter als der Name des Herstellers kommt sowohl "Apple" als auch "iPod" vor, und was kann man wenig später in den Tickern dieser Welt lesen? "iPod-City in Fernost", "iPod-Hersteller mit miesen Arbeitsbedingungen" etc.

Noch ein Tag, noch eine Nachricht: Nur Acer, Lenovo und Motorola sind noch größere Umweltsäue als man selbst. "OK, wenigstens Moto, hähähä" hallt ein unausgesprochener Gedanke durch Apples Hallen, aber schon wieder muss man sich rechtfertigen, oder sieht sich zumindest schlechter PR ausgesetzt, zu einer Thematik, die man nicht vollständig selbst kontrollieren kann.

Drei Fälle, ähnlich gelagert, aber durchaus mit Unterschieden. Der Unterschied liegt im Grad dessen, was Apple daran hätte beeinflussen können. Im ersten Fall trifft Apple höchstens die Schuld, an gängigen Marktmechanismen teilzunehmen. Die Zahl tatsächlicher Schadensfälle ist gering, die Schadensfälle für sich genommen zwar durchaus drastisch, aber welche Qualitätskontrolle soll das im Vorfeld schon herausfiltern können? Da gibt es ganz andere Fälle, wo sie hätte greifen müssen, hier eher nicht.

Schon im zweiten Fall sind zwar auch gängige Marktmechanismen im Spiel, denn wer fertigt schon nicht in Fernost? Auch ist Foxconn ja keine Apple-Tochter und nicht mal Exklusivpartner, auch Dell und Konsorten lassen dort fertigen. Aber den Unschuldigen mimen und sich hinter einem Code of conduct verstecken, auch wenn dieser vielleicht weiter geht als bei anderen Industriegrößen, ist nicht drin -- man muss schon auch sehen, dass der Code eingehalten wird. Wie das in der Regel vonstatten geht ist natürlich die Frage, irgendeine Kontrolle wird sicher stattfinden. Dumm nur, dass sie bei Foxconn eben erst als Reaktion auf einen öffentlichen Bericht stattfand. Dann zwar prompt, aber selbst dieser Bericht war nicht ganz frei von Kritik, da es keine unabhängige Überprüfung gab.

Und ausgestanden ist die Geschichte noch nicht, wie Foxconns Klage gegen berichtende Journalisten beweist. Denn wie lautet da beispielsweise Onkel Heinzens Headline? iPod-Produzent verklagt Journalisten. Und schon sitzt man wieder im Boot mit "den Bösen", obwohl ja nun Apple beim besten Willen nichts dafür kann, dass sich ein taiwanesischer Milliardär auf den Schlips getreten fühlt und Pressefreiheit nicht buchstabieren kann. Dennoch liegt dieser offene Brief der Reporter ohne Grenzen vor und fordert Apple zum Handeln auf -- Apple wird gut daran tun, dieser Forderung nachzukommen. Nicht nur, um weiterer Negativ-PR vorzubeugen, sondern weil man als Auftraggeber eben eine nicht wegzudiskutierende Verantwortung hat, wem man einen Auftrag gibt und von wessen Leistung man profitiert. Würde man solchen "Idealismus" völlig negieren, wäre das töricht.

Update: Laut diesem Bericht ist Apple bereits dabei: "Apple is working behind the scenes to help resolve this issue".

Genau dieses Nachhaken bei den Herstellern, das aktive Durchsetzen eigener Ansprüche und Anforderungen ist es, was Greenpeace fordert. Man solle die Vorgaben nicht nur an die Hersteller weiterleiten, sondern bestimmte Richtlinien auch einfordern bzw. konkrete Zeitpläne erstellen bis wann welche Substanzen ersetzt werden sollen/müssen. Greenpeace mäkelt die wenig transparente Informationspolitik Apples an, was verbaute Stoffe angeht und trifft damit einen ganz grundsätzlichen Punkte Apples: ein sonderlich offenherziges Unternehmen war Apple wohl noch nie.

Spätestens hier funktioniert also ein Abwälzen auf die Zulieferer nicht mehr, egal was man vom Guide to greener electronics nun hält (die Kritik an der fehlenden Rücknahme läuft gerade hierzulande aufgrund der geltenden Elektronikschrottverordnung etwas ins Leere). Natürlich mischt Apple nicht selbst die Zutaten zusammen, und man kann sicher auch nicht verlangen, dass Apple -- oder prinzipiell ein Unternehmen -- jeden Millimeter einer Produktion vorgibt und auch noch kontrolliert. Aber letztlich steht man am Ende der Kette und trägt die Verantwortung. Und die Greenpeace-Liste enthält genügend Kritikpunkte, die gänzlich in Apples Zuständigkeit fallen.

Was wird Apple froh sein, wenn sie wieder irgendwelche Produkte herausbringen können, damit man sich höchstens damit auseinandersetzen muss, was Fans oder Analysten daran bejubeln oder zu bemängeln haben. So oder so sind dann wieder die Produkte selbst in der Öffentlichkeit, und nicht das Geschäft drumherum, das man ganz und gar nicht in der Öffentlichkeit abwickeln möchte.

Zum Teil aber: selbst schuld.

Kommentare

Random Shut Down kein Thema?

Von: graficdasign | Datum: 01.09.2006 | #1
Hallo zusammen! Ich habe grad ncht die nötige Zeit alles durch zu schauen, aber: ist das Thema RDS (unerwartetes Abschalten des MB) hier irgendwo schon erwähnt worden? Das Thema brennt weltweit grad an ...
Grüße aus Lüneburg : Thomas

Sind die Konsumenten wirklich bereit, höhere Preise zu bezahlen

Von: KnoblauchTraubeNuss | Datum: 30.08.2006 | #2
im Gegenzug für gerechte Arbeitsbedingungen und umweltgerechte Technologien?

Wenn ich mir die Diskussionen um die Preise hier und andernorts ansehe: Nein.

Finde ich das gut: Nein.

guter Artikel

Von: wonko_the_today_especially_sane | Datum: 30.08.2006 | #3
Danke, Flo.

Übrigens ist das mit den Zulieferern imer so eine Sache. Wenn in der Presse zu lesen ist "BMW ruft 50.000" Autos zurück, dann nicht, weil ein BMW-Mitarbeiter 50.000 den Sitz falsch rum eingelegt hat, sondern well bei einem Zulieferer ein "ups" passiert ist. Die schlechte PR fällt IMO zurecht auf den Hersteller zurück, denn der bietet schließlich das Endprodukt an und soll verdammich für die Qualität gerade stehen. Und wenn der sich Teile kommen lässt, dann muss er eben auch dort sicher stellen, dass dies so funktioniert wie er es wünscht. Gerade im Automobilbereich wird dies übrigens schon völlig gelebt, und dennoch kommt es jedes Jahr zu x Rückrufaktionen. Ansonste gilt das Prinzip wie bei der Tour de Farce: Nur nicht erwischen lassen! Und selbst dann kann man noch vor die Öffentlichkeit treten und sagen "uhm, äh, echt? Nein, also _das_ habe ich nicht gewusst." und kommt als gewinnorientiertes Unternehmen immer noch billiger als Vorzeigefabriken und -Produkte. Kein Mensch kauftt nen Apple weil er so ökologisch heißt.

@KTN

Von: wonko_the_today_especially_sane | Datum: 30.08.2006 | #4
interessanterweise sind die Leute aber bereit, mehr Geld zu zahlen für solche Albernheiten wie diese 100 Oktan Spritsorten oder Ultimate-irgendwas-Diesel. Man muss es vielleicht nur geschickt vermarkten.
Krombacher hat ja auch jede Menge mehr verkauft durch diese Regenwaldaktion.

Die bösen Zulieferer ...

Von: bodo | Datum: 30.08.2006 | #5
... hier wird als Beispiel auch die Autobranche angeführt.

Wenn man nur ein bischen mitbekommen hat, wie die Auftraggeber (sprich der Markenhersteller: VW, BMW, Apple ...) die Daumenschrauben anlegt, um die Kosten immer mehr zu drücken, wundert das niemanden.

Der Fisch stinkt vom Kopf her.

Die eindeutige Tendenz auf dieser Site, die sich in den letzten Monaten durchdrückt (genau, seit dem Intel-Switch), geht dahin, Apple heilig zu sprechen.
Hier darf nicht einmal mehr berechtigte Kritik geäußert werden, ohne das Heerscharen über einen herfallen.

Jammerschade

bodo

Von: Strangers Night | Datum: 30.08.2006 | #6
das in der Automobilindustrie sehe ich genauso. Die Konzerne merken seit Jahren, dass die Zahlen nicht mehr stimmen. Um noch einigermaßen in der Spur zu bleiben fangen sie erstmal an bei allen anderen die Schrauben anzuziehen. Erst wenn da nichts mehr zu machen ist geht es ans eingemachte.

In der IT Industrie ist es ähnlich. Der Auftraggeber kann, ob vorhandener Produktionsüberkapazitäten fast die Bedingungen diktieren. Wenn dann vor-Ort im Dreck gewühlt wird, bzw. werden muss um noch unterm STrich etwas zu erwirtschaften hat keiner davon gewusst. Unser gutes 30%-Margen-Apple schon gar nicht. Es gibt ja Regeln für Produzenten....

bei apple wird halt genauer hingehört/hingesehen

Von: ein stänkerer | Datum: 30.08.2006 | #7
das gilt für positive, aber auch für negative schlagzeilen.

beispiel: von der dell-akku-rücknahme hab ich im tv nichts mitbekommen. über die apple-akku-rücknahme hingegen berichtete sogar die tagesschau...

@bodo

Von: KnoblauchTraubeNuss | Datum: 30.08.2006 | #8
Wenn die Kritik berechtigt ist, fallen keine Heerscharen über her. Wenn sie unberechtigt ist, ist das hier nicht anders als auf jeder anderen Site.

Im übrigen verstehe ich nicht, was das mit diesem Thread zu tun hat. Bis zu deinem Posting fand ich ihn sehr konstruktiv.

Sony und Akkus

Von: Nimra | Datum: 30.08.2006 | #9
Die Dreckakkus in den ersten iPod-Generationen die nach nur 12 Monaten teilweise unbrauchbar waren, stammten (zumindest teilweise) auch von Sony. Interessanterweise sind die SonyEricsson-Handy-Akkus absolut top...

@wonko_the_today_especially_sane

Von: KnoblauchTraubeNuss | Datum: 30.08.2006 | #10
Haben die mehr Bier verkauft? Das wäre schön: Trinken für den Urwald, da haben alle was davon.

Im Prinzip hast du schon recht, aber ich glaube nicht dass das bei der Unterhaltungselektronik in Deutschland derzeit eine echte Chance hat. Fair-Trade Produkte verkaufen sich nicht gerade überwältigend, obwohl sie mittlerweile beim Discounter zu haben sind. Die Deutschen müssen erstmal von der "Geiz ist Geil"-Mentalität zurück zur "Qualität und Service ist mir Geld wert"-Gesellschaft kommen. Allerdings habe ich den Eindruck dass sich da im Moment was bewegt. Hoffentlich werden diese zarten Blüten durch die MwSt.-Erhöhung nicht gleich wieder zerstört.

Es gab letztes Jahr eine Sendung "Hart aber Fair". Dort wurden Passanten gefragt ob sie einen Golf kaufen würden, der ausschließlich in heimischer Fertigung gebaut wurde. Der Wagen stand da, 2500 Euro teurer. Trotz der positiven Auswirkungen auf die inländischen Arbeitsplätze fand sich zunächst überhaupt niemand. Nach langem suchen dann endlich 1 älteres, offenbar wohlhabendes Paar.

Kein Öko-Beispiel, aber ähnlich gelagert.

Apropos Konsument und Unternehmer …

Von: nico (der andere) | Datum: 30.08.2006 | #11
Wer ist die größere Heuschrecke ?

Der Konzern, welcher die Produktion ins Ausland verlagert, die Wertschöpfung im Inland betreibt und sich über den Arbeitsplatzabbau den Gewinn vom Steuerzahler finanzieren lässt,

oder

der Konsument, welcher die Regale mit den so entstandenen Billigprodukten abräumt ?


Anders formuliert:

Wer ist der größere Tor, der Tor, oder der Tor, der ihm folgt ?

offtopic: Apple und Google rücken enger zusammen

Von: ein stänkerer | Datum: 30.08.2006 | #12
"Eric Schmidt, CEO des Internetsuchmaschinenbetreibers Google[1], tritt als achtes Mitglied dem Verwaltungsrat von Apple[2] bei. Details zu den Hintergründen der Entscheidung wollten beide Seiten nicht nennen, Schmidts Erfahrungen könnten jedoch sehr hilfreich sein, um Apple in den nächsten Jahren weiterzuentwickeln, betonte CEO Steve Jobs. ... Eric Schmidt war in der Vergangenheit bei den Microsoft-Konkurrenten Sun Microsystems und Novell in führenden Positionen tätig und könnte nun helfen, das solide Internetwerbegeschäft von Google auch für Apple zu erschließen. Der Suchmaschinenbetreiber konnte im vergangenen Jahr rund 6,2 Milliarden US-Dollar nahezu ausschließlich durch Anzeigenverkauf erwirtschaften. Brancheninsider erwarten daher künftig gekoppelte Produktangebote beider Firmen."

  http://www.heise.de/newsticker/meldung/77461

Was für ne gequirrlte Sch...

Von: echtmal | Datum: 30.08.2006 | #13
...ist dieser "Artikel" eigentlich? Selten so viel Msit auf einmal gehört. Apple wird derart gespalten von Presse und Medien beobachtet, daß man doch froh über alles ist, was gegen Apple geht - da wird wohl den Cupertinern der Erfolg nicht gegönnt. Greenpeace ist auch so eine Sache, die Umweltsäue verpesten die Luft doch genauso und schaden der Natur - erst mit deren Kahn und dann glaube ich kaum, daß die Mitglieder und Funktionäre auf Auto und Flugzeug verzichten, ach ja einen Computer haben die sicher auch und was nicht alles - solche inkonsequenten Idioten kann doch keiner für voll nehmen. Sollen die sich doch selber erst einmal ökologisch verhalten und nicht den Umweltpapst spielen.
Arbeitsbedingungen in Fernost hin oder her, die Arbeitsbedingungen sind doch schon lange bekannt - und sie werden im "reichen" Westen geduldet. Welche Firma in Fernost kann schon von sich behaupten nicht menschenverachtend zu arbeiten? Ach ja, hierzulande wird das mit dem Arbeiten ja auch immer menschenverachtender - an den Lebens- und Arbeitsbedingungen in Deutschland wird aber nicht so herumgemäkelt.
Danke!

@nico (der andere)

Von: KnoblauchTraubeNuss | Datum: 30.08.2006 | #14
Man kann das Pferd auch von der anderen Seite satteln. Der Konsument übt über sein Kaufverhalten Preisdruck auf die Anbieter aus. Diese geben dem Druck nach und produzieren günstig, oder gehen unter.

iPod Video wird nicht mehr geliefert....

Von: kux | Datum: 30.08.2006 | #15
alle varianten des iPod video sind nicht mehr verfügbar und können auch nicht nachbestellt werden. (info von einen grosshändler in der schweiz.)

ps. lasst mal das tussi getue. ihr hört euch an wie nutten am strassenrand. tztz.

Jetzt würde mich nur noch interessieren woher kux so genau weiß...

Von: KnoblauchTraubeNuss | Datum: 30.08.2006 | #16
wie sich Nutten am Straßenrand anhören...

Tztztz...

kux

Von: KiezOtto | Datum: 30.08.2006 | #17
Wo kommst du denn her? Meine Mädels reden anders.

TYPISCH je erfolgreicher Apple

Von: nopeecee | Datum: 30.08.2006 | #18
wird um so mehr wird versucht schlechtes gegen apple nachzuweisen ...

@KnoblauchTraubeNuss ...

Von: bodo | Datum: 30.08.2006 | #19
... Du meinst, wenn Du sie für berechtigt hältst (die Kritik).

@ knoblauch

Von: mr.drinkalot | Datum: 30.08.2006 | #20
ich glaube ne menge leute sind einfach wirklich nicht in der lage höhere preise zu zahlen.
damit will ich keineswegs die ausbeute, welche die industriestaaten vollziehen gut heißen.

Software war diesmal nicht schuld.

Von: uniMac | Datum: 30.08.2006 | #21
Das ist doch auch schön zu wissen. Software als reines geistiges Produkt, ohne irgendwelche Materie ist es diesmal jedenfalls nicht gewesen. Während sonst Software (z.B. DRM) oder Sicherheitslecks das PR-Desaster auslösen, war es diesmal die Hardware.

Ist doch mal 'ne Abwechslung. Ich finde es ist die Aufregung nicht wert. Im gegenteil ich finde es ist ne Chance für einen Premium-Hersteller. Eine große PR-Chance. Denn viel hängt davon ab, wie man auf das eingetretende Event reagiert.

Wer erinnert sich noch an umkippende A-Klasse Mercedes, oder an schlingernde Audi TT bei über 200 Sachen? Beides hat den Herstelllern genutzt, weil Sie schnell reagiert haben und beide Mängel kostenfrei für die Kunden behoben haben (ESP bei der A-Klasse, Zusatzspoiler beim TT).

Genauso könnte Apple jetzt handeln. Genau an dieser Stelle trennen sich die Wege von kurzsichtigem "Pfennigfuchser"-Management und weitsichtigem "Kundeninvestment"-Management. Wird spannen abzuwarten was Apple tun wird.

Ich sehe eine riesen Chance sich zu profilieren und besser als Dell, SONY und alle anderen aus der Sache rauszukommen.

neuigkeiten?

Von: core icke | Datum: 30.08.2006 | #22
[Link]

@core icke

Von: KnoblauchTraubeNuss | Datum: 30.08.2006 | #23
Ich schätze Apple hat Foxconn durch die Blume eben folgendes mitgeteilt:

Zieht eure Anzeige zurück und haltet in Zukunft eure Schnauze. Wenn wir durch euch noch eine einzige negative Schlagzeile bekommen, fertigt ihr nie wieder irgend etwas für uns.

unimac

Von: ein stänkerer | Datum: 30.08.2006 | #24
"Wer erinnert sich noch an umkippende A-Klasse Mercedes, oder an schlingernde Audi TT bei über 200 Sachen?"

ich! elchtest ;-)

"Beides hat den Herstelllern genutzt, weil Sie schnell reagiert haben und beide Mängel kostenfrei für die Kunden behoben haben (ESP bei der A-Klasse, Zusatzspoiler beim TT)."

öhm, so schnell hat mercedes afair damals nicht reagiert. esp wollten sie dem kunden nämlich eigentlich zusätzlich verkaufen. durch das debakel beim elchtest mussten sie es kostenlos dazugeben, weil sonst keiner mehr die "ah klasse!" gekauft hätte.

Gelegenheit für Veränderung

Von: uniMac | Datum: 30.08.2006 | #25
Hier kann Apple jetzt einen echten Punkt machen! Sie können im Gegensatz zu Google öffentlich für Pressefreiheit eintreten und mit Boykott von foxconn drohen, falls das nicht passiert.

Wei vermutet " nur foxconn zu drohen!" ist der falsche weg denke ich. Apple könnte öffentlichkeitswirksam für Pressefreiheit eintreten. Das ist die Chance die ich momentan sehe. Fehler passieren immer wieder in der Welt. "Wer A sagt muss nicht B sagen, er kann auch erkennen dass A falsch war." und das traue ich Apple zu.

Dann würden Sie Yahoo, Google und all die anderen die eingeknickt sind weit hinter sich lassen hinsichtlich Werten wie Verantwortung für Gesellschaft und Freiheit. Das würde die Authentizität der Marke stark steigen lassen.

Ich finde allerdings auch, dass Apple wie alle anderen auch, sich über die Umwelt mehr Gedanken machen sollten. Bei den kurzlebigen Produkten wäre das dringend nötig. Nur ist es eben so, dass im Kapitalismus ökologische Werte nicht freiwillig bezahlt werden. Erst wenn vor unserer Haustür giftiges Wasser fließt wird sich da was durch den Kunden ändern.

Aber wenn der Hersteller es schafft umweltfreundlicher zu sein bei gleichem Preis, dann ist das eine Kundengewinnungsmaßnahme!

Das wünsche ich mir von Apple.

meine 2 cent.

Zu "Marktmechanismus 1"

Von: Steffen | Datum: 30.08.2006 | #26
> aber welche Qualitätskontrolle soll das
> im Vorfeld schon herausfiltern können?

Die von HP beispielsweise.

Siehe "HP insiders tell me the company's engineers deemed the battery in question unreliable and unqualified for use in HP products."

Quelle: [Link]

Caveat: Allerdings ein Artikel, der starken PR-Geruch hat (denn einen HP-Fanboy kann ich mir schwerlich vorstellen).

Steffen

nochmal neuigkeiten

Von: core icke | Datum: 31.08.2006 | #27
foxconn verklagt die journalisten nur noch auf 1 yuan und die vermoegen der jounalisten sollen auch wieder freigegeben werden.

einer der verklagten hat das schon als sieg fuer die pressefreiheit gedeutet.

siehe link den ich oben gepostet habe - wurde geupdatet.

Richtig!

Von: kulte | Datum: 31.08.2006 | #28
Genau das gleiche habe ich mir auch gedacht.

In erster Linie "Geiz ist geil" und dann muss alles auch noch "grün" und "öko" sein.

Der Konsument hats in der Hand.
Aber "haben" muss man alles, denn ohne weisse Kopfhörer ist man's nicht.

Verdrehte Welt.

Grüße

@kux

Von: pik | Datum: 31.08.2006 | #29
shuffle und nanos schon.

@ ein stänkerer wg. Tagesschau

Von: Philipp | Datum: 31.08.2006 | #30
"bei apple wird halt genauer hingehört/hingesehen.
beispiel: von der dell-akku-rücknahme hab ich im tv nichts mitbekommen. über die apple-akku-rücknahme hingegen berichtete sogar die tagesschau..."

Von der Dell-Rückrufaktion gab es auch einen Beitrag in der 20 Uhr Tagesschau, mit dem Kommentar, dies sei die größte in der IT-Geschichte ...

@ core icke - "wurde geupdatet."

Von: Philipp | Datum: 31.08.2006 | #31
warum nicht einfacher: "aktualisiert" ...

@philipp

Von: core icke | Datum: 31.08.2006 | #32
erstens stand dort update im text und zweitens sind 12 buchstaben nicht einfacher als 9 - oder wie bewertest du einfacher?
oder willst du mir irgendwas ueber denglisch erzaehlen?

@ core icke

Von: Philipp | Datum: 31.08.2006 | #33
denglisch

Interessante News ;)

Von: Vorname | Datum: 31.08.2006 | #34
Damit diese interessante News aus dem ultra langen Thread nicht untergeht, hier nochmal:

Aus den News von 3dcenter.de vom 30. August 2006:

"Bei Hard Tecs 4U hat man sich mal wieder mit Leistungsaufnahme-Messungen aktueller Prozessoren beschäftigt - und diesesmal waren nun die neuen Intel-Modelle auf dem Teststand. Zu beachten wäre bei diesem Artikel wiederum, daß hier die selten im Netz zu findenden Messungen der reinen Prozessoren-Leistungsaufnahme vorgenommen wurde - und damit ohne das "restliche" PC-System mit auszumessen. Damit läßt sich u.a. überprüfen, wie weit die einzelnen Prozessoren in der Realität von ihren TPD-Angaben entfernt liegen. Mit den vorgenommenen Messungen an der Hand läßt sich nun bestätigen, daß Intel bei den TPD-Angaben immer gut und gerne 20 Prozent Reserve nach oben ansetzt - bei den Core 2 Duo/Extreme Modellen sind es sogar eher 40 Prozent Differenz ...

... So wurde das derzeitige Spitzenmodell Core 2 Extreme X6800 mit 54 Watt unter Last ausgemessen, die TPD-Angabe seitens Intel liegt jedoch bei 75 Watt."


;-))

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Und weil es so schön ist, hier das auch nochmal:

"David Turek, Vice President Deep Computing bei IBM im Interwiew

"Ich denke – auch wenn noch eine Menge Fragen offen sind – die beste Art über den Cell-Prozessor nachzudenken, ist in Kombination mit anderen Technologien. Mehr als eine Art Beschleuniger, als ein eigenes System. Auf diese Weise passt der Cell in unser Portfolio – nicht als eigenständiges Element, sondern als eine Art Beschleuniger."

"Aber die Frage ist tatsächlich: Was machen wir mit dem Cell-Prozessor? Ich will die Frage indirekt beantworten. Wir haben eine Partnerschaft mit Clearspeed, die einen Art speziellen Coprozessor auf einer PCI-Karte anbieten. Damit das wirklich einen Vorteil bringt, muss man sich allerdings wieder die Programmierung ansehen."

[Link]



Wiedermal ein Märchen weniger unserer PPC-Retro-Truppe!!!

ob da was dran ist?

Von: core icke | Datum: 31.08.2006 | #35
mac mini geupgradet* :

[Link]

* nur fuer dich Philipp - ok ich hoere schon auf ;-)

ps: vorname hoere bitte auf mit dem bloedsinn, wens interessiert, der wirds schon mitbekommen haben

Nana

Von: Vorname | Datum: 31.08.2006 | #36
na na da bin ich mir bei einigen nicht so sicher - ihen genauer darauf eingehen zu wollen ;) :-)) 8)

@core icke

Von: KnoblauchTraubeNuss | Datum: 31.08.2006 | #37
Ich glaube eher, da hat jemand einen Fehler gemacht. Erscheint mir für Apple-Verhältnisse fast zu viel des Guten (SuperDrive+Core Duo+100GB).

Zu dem Preis müsste man beinahe aus Prinzip einen Mac mini kaufen, mit EyeTV Stick als Entertainment Center.

Ich glaub es nicht...

@graficdesign

Von: *nix | Datum: 02.09.2006 | #38
Hoi Thomas,

bestimmt.. irgendwo..

Ansonsten Newsseiten lesen, MG ist das afaik nicht.

Brennt welweit grad an ist eine lustige Umschreibung, obwohl es schließen lässt, dass hier viele User betroffen wären. Wie groß ist der Anteil Macbook-User mit diesem Problem unter den Mac-Usern allgemein und wieviel relevanz hat das. Die Erklärung von dem Physiker ist zwar nett, klingt aber schon ein bisschen weit hergeholt (von wegen Datenverlust durch Sonnenflecken und so, ist doch das Selbe..).

Auch steht dazu ein Statement von Apple noch aus, folglich ist auch nur sehr einseitige Berichterstattung möglich, und so was unprofessionelles ist doch nicht unbedingt gewünscht (natürlich hat Apple nicht ewig Zeit).

Grüße aus dem internet: *nix