ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 4402

Kleingehacktes saisonales Gemüse

Subhead gibt's heute keine

Autor: flo - Datum: 05.10.2006

"I apologize to Apple's shareholders and employees for these problems, which happened on my watch. They are completely out of character for Apple," so Steve Jobs in einer Pressemitteilung zu den Ergebnissen der interen Untersuchung anlässlich der vermuteten irregulären Aktienoptionsvergaben. 15 Fälle sind aufgedeckt worden, in denen Optionen wohl rückdatiert wurden, kein Mitglied des momentanen Managements sei betroffen -- also auch nicht Steve Jobs, der in keinem der Fälle profitierte, in einigen wenigen Fällen aber scheinbar davon wusste, sich aber nicht der Folgen bewusst gewesen sein soll. Fred Anderson, zur fraglichen Zeit (97-02) Apples Finanzchef und seit seinem Rücktritt ’04 Aufsichtsratmitglied, ist von seinem Posten zurückgetreten. Nach wie vor sei das finanzielle Ausmaß durch die zu korrigierenden Jahresabschlüsse nicht abzusehen.

Den Aktienkurs beeindruckte dies bislang nicht -- vielleicht wird ein eventueller Negativimpuls auch abgefangen durch diese Stellenausschreibung bei Apple, welche als weiteres Puzzleteil zum iPhone aufgefasst wird. "Work with the major carriers, worldwide, to ensure the best coverage and exposure to the potential audience" heißt es in der Stellenbeschreibung...

Aktien, Börse, Analysten. Früher stammten Gerüchte einmal von (Mac-)Freaks. Heute stammen sie mehrheitlich von Analysten bzw. sie verbreiten sie. So auch das jüngste, mit Verlaub etwas einfallslose Gerücht, Intel wolle nVidia kaufen. Der Analyst selbst ytellt allerdings schon fest, dass das eher unglaubwürdig klingt. Intel ist sowieso schon der größte Grafikchiphersteller (wenn auch nicht der beste), und selbst wenn Intels integrierte Grafiklösungen gut und gerne mehr Power vertragen könnten, das wird Intel keine 11 Milliarden Dollar wert sein -- mit etwas mehr interner Förderung ließe sich das wohl auch bewerkstelligen, sollte sich Intel überhaupt bemüßigt fühlen, der Chipsatzgrafik mehr Bumms zu verleihen.

Gestern ging ein Ausspruch von Intel Eric Kim um, bei Intel wolle man Apple Apple sein lassen und: "Clearly, Apple's orientation is to deliver the best possible user experience from end to end by being closed. That's what they do, and they are very, very good at it." Dieses abgeschlossene System könnte bald Vergangenheit sein, ginge es nach DVD Jon. Hier ein ausführlicher Artikel dazu, wie Jon Lech Johansen mit DoubleTwist FairPlay per reverse engineering nachgebaut haben will -- nicht zu Zwecken, den Schutz zu umgehen, sondern ihn an Drittanbieter zu lizenzieren. Angeblich gibt es im Hintergrund schon einen zahlenden Kunden. Im Vorfeld habe sogar ein Treffen mit Steve Jobs stattgefunden, bei dem zwar das konkrete Ziel Johansens noch nicht zur Sprache kam, Jobs jedoch meinte, Apple sei keine prozesssüchtige Firma: "[...]Apple was not a litigious company, other tech firms might not take kindly to whatever DVD Jon might be up to." Na, mal sehen, ob der jetzige Sachverhalt die Lage nicht schlagartig verändert.

Zu guter letzt noch einige Kleinigkeiten: Apple scheint bei der Reparatur von durch "random shutdowns" betroffenen MacBooks endlich auf das Austauschen des kompletten Mainboards zu verzichten und stattdessen nur den heat sink (der sehr wahrscheinlich ein nahe liegendes Kabel verschmort) auszutauschen. Durch den Mainboardtausch konnte die Reparaturzeit recht lang ausfallen, je nach momentaner Liefersituation. Etwas Konfusion besteht anscheinend bei den Cinema Displays, die möglicherweise in unterschiedlichen Spezifikationen im Umlauf sind. Bei fscklog ist ist der Versuch verlinkt, braun als neues schwarz zu verkaufen. Und Backstein als neuer Trend, oder so. Noch eine Kopie: Fujitsus Esprimo zeigt einmal mehr, dass man Apple mittlerweile ziemlich einfach im Preis überbieten kann, selbst bei gleichzeitiger technischer Unterlegenheit. Aber apropos Kopien: Letztendlich sind die heutiogen Kisten doch alles Kopien -- nämlich hiervon. Dank an Enrico, der uns den Link auf diesen "HistoryChannel"-Mitschnitt zum Apple I zuschickte.

Kommentare

Unwissenheit

Von: Kurdwubel | Datum: 05.10.2006 | #1
> ...also auch nicht Steve Jobs, der in keinem
> der Fälle profitierte, in einigen wenigen Fällen
> aber scheinbar davon wusste, sich aber nicht
> der Folgen bewusst gewesen sein soll.

Ich weiß nicht. Jeder Abiturient, der Apples Aktienkurs auch nur unbewusst verfolgt hat, wird wohl wissen, was eine Rückdatierung bringt. Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.

> Jobs jedoch meinte, Apple sei keine
> prozesssüchtige Firma

Hier bin ich gerade nicht richtig im Bilde, aber spätestens bei Markennamen und Gerüchten haben wir doch einige Prozesse gesehen. Prozesse, auf die Apple verzichten kann sind sicherlich jene, wie der von Creative angestoßene, der zum Glück für Apple mit einem Vergleich beendet werden konnte.

das ein bisschen mehr sein?

Von: ein stänkerer | Datum: 05.10.2006 | #2
Sieben Festplatten in einem Mac Pro
[Link]

Seven HDs in a MacPro
[Link]

Apple I?

Von: *nix | Datum: 05.10.2006 | #3
Altair-Nachbau?