ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 4407

Jackpot! Again!

Warum Nerds kein Lotto spielen und trotzdem gewinnen

Autor: dk - Datum: 12.10.2006

So kann man's machen: man gründet eine Seite, mit der das Bezahlen im Internet einfacher und für alle Seiten sicherer werden soll. Und dann läßt man sich von eBay kaufen. Für 1,5 Milliarden Dollar. Mit den Millionen in der Hinterhand denkt man sich, während man schön weiter zur Uni geht, eine neue Seite aus, auf der einfach nur alle Arten von Videos gehostet werden, außer den richtig schönen Schmuddelfilmchen, aber was soll man machen – Amis eben. Und dann läßt man sich von Google kaufen. Für 1,65 Milliarden Dollar.

Die Geschichte, die ich eben sehr verkürzt dargestellt habe, ist die von Jawed Karim, seinen beiden Kumpels Chad Hurley und Steven Chen , PayPal und YouTube. Und während Chad und Steven wie viele vor ihnen die Uni verlassen und ins »Business« eingestiegen sind, ist Jawed Karim zurück an die Uni gegangen, hat weiterstudiert und träumt davon, Professor zu werden. Und sollte ihn keine Uni haben wollen, gründet er eben eine eigene. Auf die Frage, was er über die Kaufsumme denke, antwortete er: »Klang gut.« Wie jetzt – gut?! »Ich war erstaunt.«

Kommentare

Google arbeitet an was anderem

Von: Gast2 | Datum: 13.10.2006 | #1
Google versucht womöglich eher ein Komplettangebot im Web zu präsentieren. Irgendwann gabs mal im Netz so eine Art "Doku", wie das Netz in den nächsten 50 (?) Jahren aussehen wird. Google hat eine gigantische Machtposition übernommen und arbeitet mit vielen Unternehmen zusammen. Ich bin mir sicher, dass das kommen wird, wenn auch nicht ganz so extrem wie dargestellt.

Wenn man als "Privatmann" etwas von dem dicken Kuchen abhaben will, dann sollte man sich seine Ideen patentieren lassen, selbst als Softwarepatent. Denn dann kann man zur gegeben Zeit die Hand aufhalten. Im schlimmsten Fall verkauft man eben das Patent an eine Firma und lebt eben den Rest des Lebens glücklich und zufrieden ;).

Der Mann hat einfach gute Ideen und die lässt er sich bezahlen. Wobei ich bezweifle, dass er die 1,5 MIlliarden Euro nur unter seinen paar Freunden aufteilen musste, wobei von denen vermutlich keiner am Hungertuch nagen muss ;).

Ich finde, dass das ein sehr gutes Beispiel ist dafür, dass man es mit guten Ideen wit bringt im Leben. So ein Glück wie er, dass seine Erfindung so einen großen Erfolg hat, hat zwar nicht jeder aber immerhin besteht eine minimale Chance auch unter den glücklichen Erfindern zu sein, die ihre Idee verkaufen können.

Google verdiente…

Von: macbike | Datum: 13.10.2006 | #2
…von 3/05 bis 2/06 immerhin 2 Mrd. US$, Tendenz stark steigend. und mit 9,8 Mrd. in der Kasse (wie Heise neulich schrieb) haben die Großes vor…

@hype

Von: neu | Datum: 13.10.2006 | #3
offensichtlich denkst du nicht wieter!
google ist mittlerweile mindestens so gefährlich wenn nicht sogar noch gefährlicher für das (ehemals freie) internet als m$.

google besitzt die weltweit größte datenbank über kunden-/surferverhalten!
JEDE suche, die über google bisher gemacht wurde, wurde/wird gespeichert!
weiterhin sind die onlinetools von google und die onlinespeicherung bekanntlich mieseste schnüffeltools!

vielleicht hast du ja nicht die einschlägigen nachrichten verfolgt aber man arbeitet zur zeit daran, zu beschließen, daß regierungen/geheimdienste/ämter jederzeit auf datenspeicher von nutzern zugreifen können!!

und wer wie google einen riesendatenbestand hat, hat gewichtige gründe, um noch mehr geld zu bekommen!

demzufolge ist der kauf von youtube aufgrund dessen marktführerschaft hinsichtlich des zu erwartenden gewinns fast ein schnäppchen!

wer daran verdient

Von: kulte | Datum: 13.10.2006 | #4
zur info:

riskikapitalgeber war sequoia, die auch schon google, yahoo oder oracle auf die sprünge geholfen haben.
soweit ich es jetzt im kopf habe, sind von sequoia 11,5 mio USD in 2005 investiert worden, für einen anteil von 30%. den rest der anteile halten angeblich die drei herren hurley, chen und karim. folglich: für sequoia macht das dann 450 mio USD an google aktien der rest geht an die anderen.

grüße

@neu

Von: dave | Datum: 13.10.2006 | #5
"demzufolge ist der kauf von youtube aufgrund dessen marktführerschaft hinsichtlich des zu erwartenden gewinns fast ein schnäppchen!"

wo siehst du denn den break-even kommen? bis jetzt ist youtube einfach nur n traffic-monster ohne kommerziellen nutzen. natürlich is die reichweite attraktiv, aber welches geschäftsmodell 1,65mrd dollar amortisieren soll steht für mich in den sternen.

Hype 2.0

Von: uniMac | Datum: 13.10.2006 | #6
Ich finde die Summe die da für den youtube-Kauf geflossen ist schlich obszön, tut mir leid. 1,65 Mrd? Geht's noch?

Das einzige was man daran prima ablesen kann, ist, wieviel Wert tatsächlich die Arbeitskraft eines Internetusers wert ist und wieviel (Geld-)Wert die Rechte an den eigenen Daten sind.

Die Nutzer machen die ganze Arbeit und YouTube lacht sich ins Fäustchen bzw. sie machen den Reibach. Anschließend, nachdem die doofen User Ihr Zeug da hochgeladen haben, verkaufen Sie dann noch die Userdaten an Regierungen und Marketingfirmen.

Was hier erstmalig zum Geschäft wird und wie auf einem Basaar verkauft wird ist die Arbeitskraft von Internetusern und deren persönliche Daten. Wie man das toll finden kann ist mir ein Rätsel! Ich finde schon so Systeme wie PAYBACK völlig bekloppt!

Schöne neue Datenwelt. Wer nichts zu verbergen hat, der kann mitspielen, wer nicht, der wird bald aus dieser Welt ausgesondert werden.


meine 2 cent

Was sollte das?

Von: Borbarad | Datum: 12.10.2006 | #7
google hin, googel her. Was für einen Sinn sollte der kauf haben?

Youtube ist nett und eine Lurzweilige Unterhaltung aber 0,00 cent Wert wenns um Bezahlen der Inhalte gehen sollte.


B

Werbekunden vielleicht?

Von: macbike | Datum: 13.10.2006 | #8
immerhin verdient Google einen nicht unbeträchtlichen Teil mit Werbung…

Hype

Von: MILE | Datum: 13.10.2006 | #9
Irgendwie versuche ich mir auch einzureden, dass die Verantwortlichen bei Google sich bestimmt reiflich überlegt haben, warum sie für ein Unternehmen (bzw. eine Marke), das keinen Gewinn abwirft, eine derart irrwitzige Summe auf den Tisch legen...!? Aber irgendwie scheinen sich diese selbst überbezahlten Möchtegern-Manager einfach nur von dem allgemeinen Hype anstecken zu lassen...

Und bis die über Werbekunden diese schlappen 1,65 Mrd. reingeholt haben, das erleben wir doch alle nicht mehr, oder...?! ;)