ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 448

Der 11. September und sein Rattenschwanz...

...man kann garnicht so viel fressen, wie man kotzen möchte...

Autor: bh - Datum: 11.03.2002

MacGuardians ist primär ein Magazin für Computernachrichten, aber als Usermagazin decken wir im Bedarfsfall auch andere Themen ab. Ich hab jetzt gerade enormen Bedarf, weil heute ja der Anschlag auf das WTC 6 Monate vorbei ist. Bereits jetzt nimmt es Ausmasse eines "Jubiläums" an...
Das ganze Gewäsch von "Achse des Bösen", mit dem man reformwillige Staaten wie den Iran wieder auf Jahre verschreckt, ist eine Katastrophe! Die USA können gerne gratis Fahnen an ihre Bürger ausgeben und alle fünf Minuten die Hymne singen - solange es sie nicht stört, daß die größte Fahnenfabrik einem Palästinenser gehört. Vielleicht könnte die mächtigste Nation der Welt aber einmal die Konflikte an der Wurzel anpacken? Nein wozu denn, jetzt hat der Weltpolizist endlich einen Grund, um den Gummiknüppel überhaupt nicht mehr wegzustecken. Die seit 25 Jahren gültige Doktrin bezüglich Atomwaffen wird nicht mehr geachtet, die Bush-Regierung hat schon klargestellt, daß sie zum Einsatz ihrer Nuklearwaffen bereit ist - zur Sicherung des amerikanischen Volkes, wie üblich.
"Es war ein Angriff auf die Freiheit selbst.... jeder, der eine Uniform trägt: macht euch bereit" und natürlich das unsägliche "Either you¥re with us or you¥re with the terrorists" klingen uns noch in den Ohren. Während der Präsident martiale Slogans klopft, steht New York Schlange, um noch Eintrittskarten für die Aussichtsplattform auf Ground Zero zu bekommen. Den Zynismus, der hinter den Ereignissen des 11. September und den Folgen durchblitzt, sehen nur wenige. Entweder blind vor Antiamerikanismus oder begeistert von der Geschlossenheit einer Nation überhören wir Töne, die wir nicht akzeptieren dürfen. Weil Premierminister Blair nach regierungsinternem Druck etwas zurückstecken mußte und den USA nicht versichern kann, daß Großbritannien bei einem Angriff auf den Irak mitmachen würde, muß Blair Kritik seitens der Sicherheitsberater von Bush einstecken. Der Krieg wird in viele Länder getragen werden, doch diesmal wird er "Terrorismusbekämpfung" heissen und uns als ‹berlebenskampf der westlichen Kultur verkauft werden. Deutsche Elitesoldaten kämpfen mit US-Kräften an der Front in Afghanistan gegen die letzten Widerstandsnester der Taliban. Ein Abgeordneter der PDS gibt diese Information weiter und wird darob von Verteidigungsminister Scharping fast schon zum Vaterlandsverräter erklärt. Wo die Soldaten unserer Heimatländer plötzlich in Kampfhandlungen verwickelt sind geht uns an, verdammt noch einmal. Wie lange soll das after-hour-trading "goodwill gegen Blut" noch laufen? Die Betroffenheit über die schrecklichen Anschläge des 11. September darf uns nicht lähmen, als mündige Bürger ist es unsere Angelegenheit, was weiter geschieht. Ob Deutschland oder ÷sterreich, das Wort REPUBLIK leitet hier wie da von "res publica", der ÷FFENTLICHEN SACHE ab...

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