ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 480

Disney-Chef greift Apple an

Rip - Mix - Burn als Zankapfel

Autor: bh - Datum: 04.03.2002

Der CEO von Disney, Michael Eisner, greift die Computerindustrie und vor allem Apple scharf an. In einer Zeugenaussage vor dem United States Senate Commerce Committee sprach er von der Gefahr, Raubkopien als neue Werbestrategie einzusetzen. Vor allem Apples knackiger iTunes-Slogan "Rip.Mix.Burn" hatte es ihm hier angetan - eine fürchterliche Gefahr für die harten Dollars der Musik- und Filmbranche.
Dazu wäre lediglich zu bemerken: der Konsument wird durch Kopierschutz auf Audio-CDs eingeengt. Der Konsument bezahlt bei Leerkassetten, Rohlingen, CD-Brennern, Kopierern und allen möglichen und unmöglichen Geräten bereits Pauschalen - und darf dann was? Sich von der Unterhaltungsindustrie vorweinen lassen, daß sie bei einem Umsatzrückgang von 10% insgesamt 4% weniger Gewinn gemacht hat! Kotzen bis zum recken, recken bis zum umfallen, umfallen bis zum abwinken! Die Herren in der Chefetage der Musikkonzerne sollten sich die Verkaufszahlen von CD-Rohlingen ansehen - und dann mit ihrem Umsatzrückgang vergleichen. Es werden bereits mehr Rohlinge verkauft als Audio-CDs, und trotzdem geht der Umsatz der Musikindustrie lediglich um 10% zurück? Beweist das vielleicht, daß wir immer noch ganz brav Originale kaufen, wenn wir mit illegalen mp3s auf den Geschmack gekommen sind - weil wir vielleicht Booklet und Texte und so haben wollen? Apples iTunes Kampagne trifft genau den Nerv der Zeit...und bringt jene Konzerne wieder zum Weinen, die zu lange geschlafen haben. Michael Eisner sollte Bescheidenheit lernen, abgezockt haben uns die Plattenfirmen lange genug. (‹brigens nicht nur uns: vor vier Wochen wurde in den USA entschieden, daß Peggy Lee, Louis Armstrong und Ella Fitzgerald von ihren Plattenfirmen um Millionen Dollar betrogen wurden durch die Angabe niedrigerer Verkaufszahlen. In allen drei Fällen bekommen jetzt die Erben eine schöne Stange Geld...)

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