ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 526

DOJ: Microsofts Gegner nicht mehr anhören

Prezels blowin in the wind of change

Autor: bh - Datum: 21.02.2002

Die Gegner Microsoft prügeln sich fast darum, vor der Richterin Colleen Kollar-Kotelly aussagen zu dürfen. Bald will sie die Verhandlung schließen und ein neues Strafausmaß über den Softwarekonzern verhängen, die Zeit läuft also. (Wir erinnern uns: der prinzipielle Schuldspruch, daß Microsoft zum Schaden der Kunden seine marktbeherrschende Stellung mißbräuchlich ausgenutzt habe, Innovation behindert und damit Kunden sowie Konkurrenz geschädigt habe, ist aufrecht!) Sowohl Kodak als auch AOL Time Warner und SBC Communications wollen noch aussagen - und das Justizministerium ist dagegen. Denn, wie es ein Vertreter der Kartellbehörde formulierte: "The United States, and not private parties, represents the public interest in government antitrust cases."
Sehr schön, nur was passiert, wenn in rätselhaften Vorgängen nach einer Präsidentschaftswahl die Chefankläger den Rückzug antreten? Sind dann alle Geschädigten - id est die Kunden Microsofs und das sind hunderte Millionen - die nochmals Geschädigten, weil auch ihre Vertretung sie nun betrügt? Die Bush-Regierung steht Microsoft sehr wohlwollend gegenüber (Al Gore war nicht viel besser, auch der hielt Wahlkampfveranstaltungen auf dem MS-Campus, was er dort wohl versprochen hat, wäre interessant.) und läßt sich eines der Zugpferde im IT-Sektor nicht madig machen. Nun wird aber verhindert, daß tatsächliche Kritiker - wenn es auch Konkurrenten sind - noch zu Wort kommen. Vom Versagen eines Rechtssystems... (eines was?)

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