ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 573

Philips und Kunden kämpfen gegen Kopierschutz

Vervielfältigung zum eigenen Gebrauch muß bleiben!

Autor: bh - Datum: 11.02.2002

Philips kämpft gegen den Kopierschutz bei Audio-CDs und fordert zur Unterstützung auf. In einem ausführlichen Artikel bei Telepolis können Sie Details erfahren, grob umrissen ist die Situation folgende: Sony und Philips erwarben sich Verdienste mit der Entwicklung des Audio-CD-Standards. Nun sinnt die Musikindustrie ja auf weitreichenden Kopierschutz (auf dem Mac bisher fast komplett wirkungslos) und will so die Rechte der Benutzer einschränken. Unter dem Slogan "You buy it, you own it!" sammelt der niederländische Konzern nun Benutzer, die der Musikindustrie ebenfalls eins auswischen wollen. Kopiergeschützte CDs sollen nicht mehr als Audio-CD bezeichnet werden dürfen, und die Herstellung von Geräten soll erlaubt werden, mit welchen der Kopierschutz umgangen werden kann.
Amüsanter Hintergrund: der Informatiker Edward Felten von der Universität Princeton hatte bei einem Hack-Wettbewerb der Secure Digital Music Initiative 5 von 6 gezeigten Kopierschutzverfahren geknackt. Die Musikindustrie versuchte mit allen Mitteln, die Veröffentlichung der Ergebnisse zu verhindern - Felten klagte wegen Beschränkung der Freiheit von Wissenschaft, Lehre und Forschung und verlor leider. MacGuardians finden, daß man nicht aus den Augen verlieren sollte, daß der marode Philips-Konzern jede Gelegenheit nützt, um wieder in die Medien zu kommen - aber in diesem Fall ein Schlammcatchen der Konzerne sehr zu begrüssen ist. In der Tat behindern ja die Kopierschutztechnologien nicht nur den Gebrauch dieser CDs in manchen Geräten (Auto-CD-Anlagen, ältere CD-Player) - man schränkt hier auch die Rechte der Konsumenten stillschweigend ein. Immerhin ist Vervielfältigung für den eigenen Gebrauch zulässig und legal und muss auch weiterhin gewährleistet bleiben. Vielleicht wollen Sie ja "You buy it, you own it" auch unterstützen?

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