ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 73

Apples iFeuerwerk

Was hat sie nun gebracht, die MWNY 2002? Eine NachleseÖ

Autor: roland - Datum: 17.07.2002

Same procedure like every year? Nun, nicht ganz. Ein gut gelaunter Steve, ein volles Haus und die üblichen Prälamentarien ñ tolle Erfolge, super Produkte und Millionen Downloads ñ bevor es ans Eingemachte ging. Der Platzhirsch dabei war ganz klar Jaguar. Der Jagdschrei von Apples Raubkatze war unüberhörbar. Die neueste Inkarnation von OS X, die 10.2, hat es in der Tat in sich. Neben einer ca. 40%igen Performancesteigerung gegenüber 10.1.5 wurde jede Menge neuer Funktionalität integriert: Angefangen mit iChat als benutzerfreundlichem Chat-Programm, das die existierenden Chat-Adressen von mac.com oder AOL Instant Messenger weiterverwenden kann. Eng vernetzt mit dem verbesserten Apple Mail. Das als Mailprogramm nun auch eine ausgesprochen clevere Spam-Mailfilterung zu bieten hat, die zudem lernfähig ist. Und im Gegensatz zu normalen Filtern Semantiksensibel arbeitet, Spam also an Form und Inhalt erkennt. Sehr tricky!
Mail selbst sichert nun auch Entwürfe automatisch bei Verlassen des Programms, kann endlich in mehreren Postfächern zugleich suchen und E-Mails von verschiedenen Mail-Konten in einem einzigen Postfach ablegen. Hausaufgaben also gemacht :-) Wie schon erwartet, bietet der Jaguar zudem ein systemübergreifendes Adressbuch mit Unterstützung von vCards, einem visitenkartenähnlichen Standard für Kontaktinformationen. Was widerum den Datenaustausch via Bluetooth ermöglicht. Plattformübergreifend, also ganz der Ideologie des Digital Hub folgend. Sherlock schließlich ist bei Version 3 angekommen. Anstatt den Web-Browser zu starten, werden die Suchergebnisse in einer nach Rubriken aufgeteilten Oberfläche angezeigt. Heftig: Bei einer Ortseingabe gibt Sherlock der Dritte nicht nur die Liste der Treffer an, er liefert auch gleich eine Karte und die Wegbeschreibung mit! Mit Rendezvous schließlich, einem neuen Apple-Protokoll, erkennt Hardware vollautomatisch, ob und in welchem Netzwerk sie sich befindet, konfiguriert sich daraufhin selbst und teilt allen anderen Geräten mit, dass sie erreichbar ist. Das funktioniert durchgehend via AirPort, Bluetooth, FireWire oder Ethernet-Kabel. Natürlich kann Rendezvous auch für Drucker und File Server verwendet werden. So ganz nebenbei macht Rendezvous aus iTunes eine Stereoanlage fürs ganze Haus: einfach die (iTunes-) Songs auf dem iMac im Arbeitszimmer (tztztz!) über das iBook im Wohnzimmer hören, das an die Stereoanlage im Wohnzimmer angeschlossen istÖ Mindestens genau so spannend schien mir Ink zu sein. Das ist nicht mehr und nicht weniger als die frühere und bis heute unerreichte Handschrifterkennung des Newton, nun integriert in Jaguar! Vielleicht ein Hinweis darauf, was demnächst kommen mag? Erst jetzt macht ein iPad richtig Sinn, denke ich mir in meinem völlig gerüchtefreien iBrain ;-) Ansonsten erfordert die Ink-Nutzung vorläufig noch ein normales Grafiktablett. Weniger witzig empfand das Auditorium in NY dann Steves .Mac Konzept. Dahinter verbirgt sich eine Palette von Software und Internetservices, die früher iTools hieß. Nun aber zum leider kostenpflichtigen Dienst ‡ la M******** .net ausgebaut wird. Mit zugegebenermaßen erweiterten Leistungen: mac.com Mailadresse, iDisk bis 100MB, Homepage-Designtools, einer Backup-Software sowie Virenschutzprogramm. NajaÖ iTunes 3 war da schon interessanter. Weil intelligenter. Im Wortsinn! Mit intelligenten Wiedergabelisten nämlich, die individuelle Songbewertungen ermöglichen, dadurch neuen Kategorisierungsmöglichkeiten und Funktionen wie der Lautsstärke-Gleichschaltung aller Songs in iTunes. Und dann sind da noch die iPods. Werden irgendwie immer mehr davon ;-) Seit heute insgesamt drei Stück. Mit 5, 10 oder 20 (!) GB Harddisk. Und, der eigentliche Hammer, erstmals auch für PC-, sprich: Windowsuser, die statt iTunes dann mit dem verbreiteten Musicmatch Jukebox vorliebnehmen müssen. Immerhin, das kann die Stückzahlen ganz schön puschen! Dazu neue Ohrhörer und endlich eine gescheite Kabelfernbedienung. Gut so! Ach ja, und durch Hintertürchen wird der iPod immer mehr zum PDA! Denn dank Software-Update kann er jetzt auch Kalenderverwaltung, To-do-Liste etc. übernehmen. Fein synchronisiert mit einer der anderen neuen iApps: iCal, einem ziemlich raffiniert-einfachen Kalenderverwaltungsprogramm, das wohl Entourage und Outlook ziemlich auf den Schlips treten wird. Zumal es kostenlos zum Download angeboten wird. So, was war noch erwähnenswert? Ach ja, das "doppelte" dicke Ende natürlich! Zum einen iSync, der neue offene Synchronisationsstandard fürÖ alles! Als nächster logischer Schritt werden damit nun auch Bluetooth-Handies in den Digital Hub integriert. Ebenso wie alle anderen Digitalperipherien. Hatte schon was, als daraufhin ein englisch radebrechender Sonymann auf die Bühne gerufen wurde, um zu erläutern, dass die neuen Sony-Ericsson Handies nun mit Jaguar synchronisiert werden können: Verbindung per iSync herstellen und bspw, alle Adressen und Telefonnummern vom Mac ins Handy laden. Sehr elegante und fingerschonende Lösung. Da wird sich sicher bei nächster Gelegenheit einiges mehr an Hardware mit dranhängen, wetten? Tja, und als dann schon niemand mehr daran glauben wollte, zog Steve doch noch "große" neue Hardware aus dem Zylinder: Der iMac erfreut sich jetzt eines neuen Toppmodells mit einem 17ì-TFT! Dessen Auflösung im Breitwandformat fast an ein Cinema-Display heranreicht. Cool! Und dann doch ein sehr versöhnlicher Ausgang einer durchaus bemerkenswerten zweistündigen Veranstaltung. Oder was meint Ihr? PS: 10.2 habe ich mir gerade eben bestelltÖ

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