ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 823

Apple, Händler, Education

Bense auf der SEC III

Autor: wp - Datum: 25.07.2002

Einmal MacGuardian, immer MacGuardian: Beruflich auf der Informatik-Tagung SEC III unterwegs, stolperte ich unversehens in einen offenen XServe (na ja, fast). Wenn das mal kein Grund war, die Leutchen, die dieses in Deutschland absolut funny-frisch zu erhaltende Gerät dort aufgestellt hatten, ein wenig zu interviewen. Was dabei alles aus dem Nähkästlein kam, kann man in MacReview nachlesen.
Übrigens: Während ich mich bei der Aussprache des Tagungskürzels prosaisch für "seck 3" entschieden hatte, hörte man von den Organisatoren ein deutlich klingenderes "seh-tschi". Auch wenn die Herrschaften auf diese romaneske Aussprache wohl eher beim Programmkomitee-Meeting in der Toskana gekommen sind, erinnerte mich das irgendwie an Winnetou und Old Shatterhand. Kleine Quizfrage an der Stelle (die in den Kommentaren beantwortet werden darf, außer der Ehre gibt es aber leider nichts zu gewinnen): Wie hieß die Schwester Winnetous nun wirklich? Beruflich war ich vorgestern (23.7.) auf der SEC III unterwegs, einer
Tagung aus dem Bereich Informatik- und Medienbildung mit weltweitem
Publikum, die in dieser Woche in Dortmund stattfindet (s. hierzu auch Bericht bei Heise Online). Es gab dort u.a. eine kleine Ausstellung, in der sich
bunt gemischt Informatikwettbewerbe, E-learning-Projekte, Virtuelle
Hochschulen, und Hardwarehersteller präsentierten.

Kurz vor Beginn, ich traute meinen Augen kaum, rauschten zwei Herren zu einem noch freien Stand. Von der ersten Kiste, die sie auf dem Tisch platzierten, leuchtete mir ein angebissener Apfel entgegen - ein TiBook! Dann wurde es immer mehr, und eine Kiste war besonders groß: Ein leibhaftiger Xserve wurde ausgepackt.

Des Rätsels Lösung: Bense Computersysteme, Apple Center in der Region Dortmund und Münster, war bei der Ausstellung mit zwei Mitarbeitern und einer ganzen Menge Hardware vertreten. Neben Xserve und TiBook (G4-667) gab es ein Maggie-Thatcher-iBook (Graphite, G3-466) und eine Airport Base Station, die die ganze Sippschaft in Verbindung und ins Internet brachte. Nicht schlecht, zumal man eine Zeit lang Einblicke ins Innenleben des Xserve nehmen konnte.

Da die MacGuardians bekanntermaßen allzeit bereit sind, ließ ich es mir nicht nehmen, kurz mit den Bense-Mitarbeitern zu sprechen (natürlich nachdem ich mich offenbart hatte). Sie wollten insbesondere den Xserve demonstrieren, der seit Donnerstag in Deutschland erhältlich sei. OS X 10.2 und der 17"-iMac hat allerdings die Apple-Händler in D noch nicht erreicht, fehlten also auch auf dem Stand. Ein interessanter Punkt in dem Zusammenhang, dass die Apple-Händler die Neuheiten erst dann erhalten, wenn die Kunden sie auch direkt kaufen können - kein Vorsprung. Schade eigentlich. Aber das liegt wohl nicht an Apple D (oder doch? da habe ich nicht genau genug gefragt, sorry), deren Education-Bereich immerhin den Stand in Dortmund gesponsert hat - eine feine, wenn auch kleine Maßnahme.

Wie denn Macs so im Education-Bereich der Region präsent seien? Nicht schlecht, an der Uni Dortmund seien Macs insbesondere in der Informatik, der Mathematik, dem Bauwesen und (natürlich) der Journalistik präsent, auch an der Uni Bochum sehe es gut aus. Im Kreis Unna gebe es etwa ein Dutzend Schulen, die substanziell mit Macs ausgestattet seien - allerdings niemals Mac-only.

Ob schon Mobile Classrooms (MCs) verkauft worden seien? Na ja, in Dortmund keiner, aber in Münster einer. Eine eher traurige Bilanz. Immerhin lagen MC-Prospekte aus, und auf meinen Anstoß hin wurde auch noch ein MC-Poster auf dem Xserve ausgebreitet. Warum diese für den Education-Bereich meiner Meinung nach so geniale Lösung von den Apple-Zentralen, aber auch den Händlern nicht aggressiver vermarktet wird, ist mir einfach ein Rätsel.

Warum denn einige Schulen Macs kaufen, in diesem Windows-verseuchten Deutschland? Da werden durchaus bekannte Argumente gebracht, nämlich die größere Haltbarkeit (bessere TCO) und die leichtere Bedienung. Interessanter sei der Punkt eines Lehrers, der gemeint habe, dass die Chancengleichheit unter den Schülern mit Macs besser gewahrt werde - es haben so wenig Schüler einen Mac zu Hause, dass praktisch keiner sich mit dem System auskenne und rumspiele und man sich besser auf die Inhalte konzentrieren könne. Wirklich interessant, irgendwo aber auch traurig: Die geringe Verbreitung des Macs als Argument für Mac-Käufe! Das kennt man doch eigentlich nur andersherum.

Zum Schluss zurück zum Xserve. Ob man mit diesem Gerät neue Märkte zu erobern suche? Eher nicht, der Xserve werde von den Händlern als Ersatz für bisherige Mac-Server vermarktet. Allerdings kann (meine Annahme) evtl. auch der eine oder andere derjenigen NT-Server, die einige Zeit lang in den Mac-Bereich vorgedrungen waren, durch die wegen der unlimited-Lizenz ziemlich preiswerte Apple-Server-Lösung ersetzt werden. In neue Märkte müsse der Xserve aber von weiter oben gepusht werden, das können die Händler nicht leisten.

Meine Herren, danke für das Gespräch.

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