ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 827

MacWorld New York 2002 (Zürich)

aus neutraler Sicht: Steve-Stream in Zürich

Autor: wp - Datum: 18.07.2002

Großvater, im Dörfli in der Schule haben Sie einen neuen Computer hingestellt, der ist ganz arg hässlich.
Hm?
Ja, als ich in Frankfurt war, bei der Clara, da gab es viel schönere. In hübschen Farben, und einer war so grün wie die Tannen bei uns vor der Hütte. Es war ein Äpfli drauf, in das schon jemand reingebissen hatte. Und alles ging damit so schön einfach; sogar Fräulein Rottenmeier konnte damit umgehen.
Aber Heidi, Kind, sei nicht traurig. Komm lieber mit und schau, was ich hier in der Kammer für dich habe.
Oh, Großvater, wie schön: ein Äpfli-Computer! Der sieht aber komisch aus, wie eine Schreibtischlampe. So ein breiter Bildschirm, wie eine riesengroße Schoggi! Und so weiß ist er, wie das Schwänli. Danke, Großvater, danke!
Schon gut, Kind. Noch besser ist aber, dass du jetzt mit dem Geißenpeter chatten kannst, wenn du zu Hause bleiben musst und er beim Hüten sein iBook dabei hat.
Das ist wunderbar, Großvater. Aber sag: Woher hast du all die neuen Sachen? Bei den MacGuardians hat Daniel Dalquen in MacReview eben geschrieben, dass alles in Zürich gerade erst im Bild gezeigt worden ist.
Vergiss Zürich, mein Kind! Dort mögen sie eh nicht so gerne die Äpfli-Computer. Mir hat die neuen Sachen der Steffel aus Amerika geschickt. Der kam irgendwann auf die Alm und wollte zur Selbsterfahrung Ziegen hüten. Er hat immer was davon erzählt, er würde die schönsten Computer bauen - ich habe das damals für wirres Zeug gehalten. Aber meinen Käse hat er gemocht, genau wie du, und so schickt er ab und zu ein liebes Päckli auf die Alm. Nicht nur Apple Deutschland hatte zur Live-Übertragung der Stevenote geladen. Auch in Zürich traf man sich in kleinem aber feinem Kreis im Casino Lake Side, um zusammen mit den Managern von Apple Schweiz Jobs' Worten zu lauschen.

Da im Gegensatz zu den vergangenen Expos im Vorfeld keine großen Erwartungen geschürt worden waren, gab's auch keine enttäuschten Gesichter, als Steve "nur" MacOS X.2 vorführte und ein paar neue iApps aus seinem Hut zauberte.

Die Features von "Jaguar" beeindruckten die meisten. Neben den Verbesserungen an der Oberfläche (z.B. spring-loaded folders) sind vor allem die erwähnten Neuerungen unter der Haube interessant. Besonders großes Potenzial haben wohl Rendezvous und die Bluetooth-Integration. Damit wird der Digital Hub konsequent weiter ausgebaut und demonstrativ auf offene Standards gesetzt. Und in Sachen "Ease of Use" beweist Apple einmal mehr, dass niemand es ihnen gleich machen kann. iChat, iCal, das neue Adressbuch - alles verzahnt - und mit iSync auch übertragbar auf andere Geräte. Einfach genial. Dagegen fällt das Update für iTunes ein wenig ab. Keine Killer-Features, Produktpflege eben.

Die verschiedenen Channels von Sherlock sind praktisch, aber noch ist unklar, wie viele der Funktionen auch außerhalb der USA nutzbar sein werden. Von Apple Schweiz war zu erfahren, dass man z.B. in Verhandlungen mit den hiesigen Kino-Gesellschaften stehe, so dass dieser Dienst zumindest zum Teil bald auch hier verfügbar sein dürften (die Kartenausschnitte wird es allerdings eher nicht geben).

Ob die Strategie hinter .mac aufgeht, muss sich wohl erst noch zeigen, da herrschte bei den Anwesenden einige Skepsis. Seeehr schön war aber Steve's Spruch in Richtung Redmond: 'Wenigstens wissen wir, was wir mit .mac meinen.'

Kurz vor Schluss gab es dann doch noch Hardware. Einen größeren iPod mit Fernbedienung und Tasche, den es jetzt auch in einer Windows-Version gibt, und den iMac mit 17"-Breitbild. Doch in der vorangegangenen Software-Flut gingen diese ziemlich unter.

Witzig, wie Apple die Funktionen des iPod allmählich ausbaut. Langsam entwickelt er sich in Richtung Organizer, inklusive Break-Out-Spiel. Übrigens lässt sich der Mac-iPod nicht unter Windows betreiben und umgekehrt, da die Dateisysteme verschieden sind.

Abschliessend noch die Preise für die neuen Produkte: MacOS X.2 wird für 249 Franken zu haben sein (Bildungseinrichtungen, Studenten, etc. müssen lediglich 159 Franken löhnen). Den iPod gibt's für 549/699/849 Franken. Der TFT-iMac wird wesentlich im Preis gesenkt - das bisherige Topmodell kostet noch 3099 Franken, der neue 17-Zoll-iMac geht für dreieinhalb Riesen über die Theke.

Kommentare

Wo erhalte ich RageTime in der Schweiz

Von: Haslimeier Alex | Datum: 20.11.2002 | #1
Ich hab RageTime bei einem Freund gesehen, Ich finde es super, wie man Seiten mit Illustrationen und Text gestalten kann, nur wo kann ich das Programm in der Schweiz kaufen?