ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 840

74 Treffer für Thomas Maschke

Das Gespräch

Autor: wp - Datum: 06.05.2002

MacGuardians: Herr Maschke, Buchautoren bleiben hinter ihren Büchern immer ein wenig anonym. Können Sie uns etwas über sich erzählen? Was haben Sie so getrieben, bevor Sie Ihr erstes Buch schrieben?

Thomas Maschke: Ach herrje, das ist so eine Frage. Ich wollte immer etwas mit dem Kopf und den Händen machen. Das war mir schon in jungen Jahren irgendwie klar. Und ich wollte keinesfalls angestellt sein. Mehr oder weniger zufällig habe ich dann den Tipp zu einer Goldschmiedeausbildung von einem - glücklicherweise kompetenten - Berater beim Arbeitsamt bekommen. Das klang überzeugend und ich habe spontan beschlossen, Goldschmied zu werden. Da ich eigentlich immer sehr positiv an die Dinge herangehe, hat das auch gut funktioniert. Es hat mir großen Spaß gemacht. Irgendwann brauchte ich dann für eine Präsentation Fotos von meinen Goldschmiedearbeiten. Also habe ich mit dem Fotografieren begonnen. Und von da an natürlich auch viel über Fotografie gelesen. Je mehr ich dann über Fotografie las, um so öfter ärgerte ich mich über Artikel, die meiner Meinung nach unverständlich, zu fachchinesisch oder einfach nur schlecht geschrieben waren. Ja, und irgendwann habe ich dann einfach meinen ersten eigenen Artikel geschrieben.

MacGuardians: Und, wurde er angenommen?

Thomas Maschke (grinst): Witzigerweise ja. Sogar von der gleichen Zeitschrift, über deren Artikel ich mich geärgert hatte. Von da an gab eins das andere - die Artikel häuften sich, das Schreiben machte mir großen Spaß und schließlich kam so das erste Buch zustande. Über Fotografie natürlich. Ein Kamera-Systembuch zu einem Ricoh-Modell. Und mit dem Mac lief's eigentlich ganz ähnlich. Irgendwann schrieb ich einfach meinen ersten Artikel für die MacWelt. Mitte der 90er Jahre habe ich dann eine Anzeige gesehen, wonach SmartBooks Autoren suchte. Und das war's dann!

MacGuardians: Apropos: Erinnern Sie sich noch an Ihre erste Begegnung mit einem Mac? Gibt es das so etwas wie ein Schlüsselerlebnis?

Thomas Maschke: Nun, begonnen habe ich mit einem Commodore 64 und mir dann einen Atari gekauft - einen Mac konnte ich mir damals einfach nicht leisten. Aber ich habe immer mit einem Auge auf Word geschielt, das ja nie auf dem Atari lief. Für mich und meine Schreibambitionen war das aber nun mal das Maß der Dinge. Irgendwann habe ich dann mit einem Freund am Atari gesessen und über Computer herumgesponnen. Er meinte, eigentlich wollte er lieber einen Mac haben. Eine Woche später hat er sich tatsächlich einen gekauft. Ich schätze, das war dann mein Schlüsselerlebnis.

Thomas Maschke

MacGuardians: Was war Ihr erstes eigenes Mac-Modell?

Thomas Maschke: Die berühmte Pizzaschachtel, ein LC. Es war genial: So ein Mac steht einfach rum und wartet darauf, dass ich etwas mit ihm mache. Vor allem aber: Word lief darauf! Ich war begeistert und bin es auch heute noch!

MacGuardians: Und wie ging's dann weiter? Welche Macs benutzen Sie heute? Und warum diese?

Thomas Maschke: Nach dem LC kam ein Performa 600. Den habe ich irgendwann auf einen 7100er aufgerüstet. Zusätzlich habe ich mir einen Newton 120 und dann ein PowerBook 5300 angeschafft. Letzteres wurde schließlich durch ein PowerBook G3 Wallstreet abgelöst. Mit dem konnte ich zum erstenmal den Schreibtischrechner komplett ersetzen. Jetzt benutze ich hauptsächlich ein Pismo. Ansonsten warte ich erst mal ab, bis ein neues, deutlich schnelleres TiBook rauskommt. Ach ja, ein alter 8500er läuft als Druckerserver für einen LaserWriter und als Backup-Server. Vor allem kann er im Falle eines Defekts das PowerBook nahtlos ersetzen. Nach leidiger Erfahrung weiß ich, wie lange ansonsten das Besorgen und „Aufsetzen“ eines Systems dauern kann. Und auch den LC gibt's natürlich immer noch!

MacGuardians: Jaja, Macs haben ein langes Leben. Nachdem das Wort "Word" schon mehrfach gefallen ist, brauchen wir eigentlich kaum noch zu fragen, mit welchen Programmen Sie bevorzugt arbeiten?

Thomas Maschke (lacht): Ich weiß, Euer berühmt-berüchtigtes "We don't link to microsoft.com". Aber im Ernst, MS Office ist natürlich meine Brot-und-Butter-Software, besonders natürlich Word, mit allen durch die Versionen mitgeschleppten Bugs. Wofür ich mich aber wirklich begeistern kann, das ist OS X. Ich glaube, ich habe noch nie ein Buch so enthusiastisch runtergeschrieben wie die über 450 Seiten des OS X SmartBook!

MacGuardians: Den Eindruck hatten wir ja beim Lesen auch. Wie lange schreiben Sie eigentlich an einem Buch, bspw. aus der SmartBook-Reihe?

Thomas Maschke: Ach, das ist ganz verschieden und hängt natürlich auch vom Umfang ab. "Hallo iMac" hat zum Beispiel in der ersten Auflage knapp 300 Seiten gehabt. Die neueste Auflage, die 10. müsste das jetzt sein, kommt schon auf mehr als 480 Seiten. Da stecken dann schon viele Wochen Arbeit drin. Allerdings, wenn es ein so spannendes Thema wie OS X oder der iMac ist, schreibt es sich fast von alleine, und ich sitze dann auch Tag und Nacht am Rechner. Es gibt eben Jobs, da schaut man nicht auf die Uhr.

MacGuardians: Wenn man bei amazon.de Ihren Namen eingibt, erhält man die nette Rückmeldung "74 Treffer für Thomas Maschke". Sie haben also 74 Bücher verfasst oder mitverfasst. Fast die Hälfte Ihrer Bücher - insbesondere die früheren - befassen sich mit Fotografie bzw. sind Minolta Kamera-Systembücher. Ist die Fotografie immer noch Ihre zweite Obsession neben dem Mac?

Thomas Maschke: Ja, auf jeden Fall. Wie es dazu kam, habe ich Ihnen ja schon erzählt. Und was die Minolta Systembücher angeht, das war eigentlich Zufall. Im Verlag wird jedem Autor eine Kameramarke zugeordnet. Irgendwann wurde jemand für Minolta gebraucht. Ich habe einfach laut "Hier!" gerufen. Seitdem schreibe ich über Minolta. Obwohl ich in den letzten paar Jahren doch sehr viel mehr rund um den Mac schreibe.

MacGuardians: Ja, und Sie gelten zudem als Kapazität in Sachen Microsoft-Programme auf dem Mac. Sie haben zu MS-Office und -Word Bücher verfasst. Wie ist Ihre Einstellung zu Microsoft als Unternehmen?“

Thomas Maschke: Nun, auf Word halte ich tatsächlich sehr große Stücke. Insbesondere die Gliederungsfunktion ist für mich als Autor existentiell. Auch Powerpoint ist im Businessbereich ziemlich unentbehrlich. Minolta hatte bei den Pressevorstellungen seine Neuigkeiten immer auf Powerpoint präsentiert. Wie gesagt, die Office-Programme finde ich schon toll. Auch wenn ich mir da statt immer neuer Funktionen ein wenig mehr Fehlerbereinigung wünschen würde. Aber die Konzernpolitik, das ist eine sehr ambivalente Angelegenheit.

MacGuardians: Apropos Ambivalenz, Sie gehören auch zu den 4506 Unterzeichnern des "Brief an Steve" 1998/99. Was hat Sie damals veranlasst, mitzumachen?

Thomas Maschke: Nun, wie viele Mitunterzeichner auch hatte mich die Sorge um die Zukunft der Mac-Plattform in Deutschland umgetrieben. Ob der Brief nun was gebracht hat, ich weiß nicht. Immerhin sind wenig später die iMac-Preise gesenkt worden. Was mich damals erstaunt hat, war Apples direkte Reaktion, in der auch etwas Unverständnis mitschwang. Wir haben einige Male hin- und hergemailt, bis das ausgeräumt war.

MacGuardians: Vielleicht noch eine eher persönliche Frage, Herr Maschke: Sie leben eigentlich in der Nähe von Bamberg, kommen aber hin und wieder in den Rheingau. Gibt's dafür persönliche Gründe - Familie, Freunde, Freundin - oder vielleicht der Wein?

Thomas Maschke (amüsiert sich): Von allem etwas. Vor allem aber ihretwegen (er weist auf seine charmante Begleitung)! Wenn ich nicht gerade ein größeres Projekt habe, bin ich eigentlich jede Woche hier zu Besuch. Aber nachdem wir uns jetzt entschlossen haben, zusammen zu ziehen und gerade dabei sind, das Häuschen in Reckendorf bei Bamberg zu renovieren, hat dieses Pendeln bald ein Ende.

MacGuardians: Dann wollen wir jetzt auch mal langsam zum Ende kommen, Herr Maschke. Mit der obligatorischen Schlussfrage: Was ist Ihr nächstes Buchprojekt, woran schreiben Sie gerade?

Thomas Maschke: Oh, das ist schnell beantwortet. Es stehen Neuauflagen an, zum Beispiel von OS X. Dann gibt es sicher eine Menge zum neuen iMac zu schreiben. Word v.X wird ein weiteres Projekt. Und ein Buch über digitale Fotografie ist auch in Vorbereitung.

MacGuardians: Herr Maschke, wir danken Ihnen für dieses Gespräch!

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