ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 863

Projekt PowerMacincube Teil 2: Ein Hoch auf eBay!

Eine Reportage von Dr. Frankenmac

Autor: wp - Datum: 23.07.2000

Wo waren wir stehen geblieben? Ach ja, bei eBay. Nun, to make a long story short, nachdem ich mich davon überzeugen konnte, dass Apple-Händler nicht allzu kooperativ sind, wenn's darum geht, eine halbwegs aktuelle Hauptplatine käuflich zu erwerben, wenn man nicht zugleich eine defekte einschicken kann, blieb mir nichts anderes übrig, als wieder mal mein Glück bei der US eBay zu versuchen. Denn die knapp 1500 Mäuse, die ein (aus gutem Grund) nicht genannt werden wollender Apple-Dealer (muss man wohl so nennen!) abzocken wollte, waren dann doch des Guten zuviel. Aber wenn man Glück braucht als Macianer, dann hat man's auch! Ich wurde auf Anhieb bei eBay fündig. Und konnte nach einem harten Bietgefecht (und deutlich nach Mitternacht MEZ) für $440.- eine G3 beige Revision A Hauptplatine ersteigern.

Tupfer bitte - es geht los!

Als sie dann ein paar Tage später per UPS ankam, mein Gott, wie niedlich! Metermass angelegt und KLONK! fiel mir ein Stein vom Herzen: das Teil passte exakt in den Cube! Ansonsten wusste ich mittlerweile eine ganze Menge über das Teil. Man hat ja so seine Quellen. Die ich hiermit rauslasse. Zum Beispiel hier: http://www.xlr8yourmac.com - wo Ihr, liebe Nachbauer, jede Menge Infos über die Tuningmöglichkeiten der neueren Macs findet. Unter anderem. Naja, und hier gleich noch ein Tipp, von dem ich hoffe, dass er zu diesem Zeitpunkt noch aktuell ist: Unter ftp://manuals.info.apple.com/%2FApple_Support_Area/Manuals/desktops/ finden sich nach einigem Stöbern die Manuals praktisch aller Mac Desktopsysteme. Neinnein, nicht nur die User-Manuals. Sondern auch die Apple-internen Service-Manuals ;-> Dummerweise neigt Apple dazu, diese hilfreichen PDF-Dokumente von Zeit zu Zeit auf andere Server zu verschieben. Vielleicht, weil sowas nicht in Userfinger fallen soll? Wie auch immer, schaut's Euch einfach mal an. Viel Glück!

Coole Zeiten für Heimwerker

Gut, nun hatte ich also endlich das Baby in den Fingern. Allerdings nackt und bloss! Ohne RAM. Mit einem veralteten Rev. A ROM. Und ohne G3-CPU. Aber das war nun wirlich kein Problem. Auf die informative Website von xlr8yourmac habe ich ja oben schon hingewiesen. Unter http://shop.macsales.com schnell mal auf die Homepage von OWC gesurft und nach Schnäppchen gesucht. Schon gefunden! Eine leckerer G3-450 CPU von Motorola, also auf Aluminiumbasis (womit die beigen G3-Boards besser klarkommen als mit den neueren IBM-produzierten CPUs auf Kupferbasis!). Und ein original Apple Rev. C ROM. Was wichtig ist, weil nur mit diesem neuen ROM interne EIDE-Festplatten in Master/Slave-Konfiguration wie in den Blue/White und G4-Rechnern benutzt werden können. Bei der Gelegenheit gönnte ich meinem langsam konkreter werdenden PowerMacincube noch 2 SDRAM-Bausteine à 128MB. Das trieb die Kosten natürlich weiter in die Höhe. Aber egal. Schliesslich sollte das ja ein Unikat werden. Da muss das Konto halt leiden.

Und dann, reichlich spät, fiel mir auf, dass da noch was fehlte... Ich hatte gar keinen Kühlkörper für die CPU. Oops! Aber Dr. Frankenmac wäre nicht Dr. Frankenmac, wenn ihm da nicht ganz schnell eine Idee kommen würde, nicht wahr? Nach einem kleinen Ausflug zu http://www.xlr8yourmac.com/G3-Zone/cooling/index.html kam der Geistesblitz: Ein aktiver Kühlkörper musste her! Die PCs dieser Welt sind voll mit sowas. Wie soll ein Pentium III sonst auch seine Spiegeleiverbrutzelnden 40 Watt Abwärme loswerden ;-) Und weil Dr. Frankenmac seine Opfer nicht mit groben Stichen zusammennäht, sondern auf Ästhetik Wert legt, musste ein optisch und leistungsmässig besonders leckeres Teilchen her - ein Golden Orb! Der macht gerade unter PC-Overclockern Furore und ist z.B. hier zu kriegen: http://www.frozen-silicon.de. Und ehrlich, Leute, sieht das Teil nicht gnadenlos geil aus (s.u.)? So weit, so gut. Da der Orb mit 12 Volt versorgt wird, kommt er mit einem normalen Festplatten-Anschluss klar.

Golden Orb

Power to the Mac!

Apropos Anschluss. Woher eigentlich? Richtig, irgendwo muss der Strom ja herkommen. Da hat der Onkel Doktor doch glatt vergessen, Euch, liebe Mac-Freaks da draussen, eine nette kleine Eigenschaft der beiden G3-Macs zu verraten, hihi. Nachdem Apple irgendwann geplant hatte, die Gossamer-Boards (interne Bezeichnung der G3 beige Mobos) auch als OEM-Ware an Clone-Hersteller verkauft werden sollte. Als Apple dann aber merkte, wie flott das Board war, stoppte man die Aktion ganz schnell. Mit einem netten Nebeneffekt. Denn im Gegensatz zu allen anderen neueren Macs lässt sich dieses Board durch einfaches Umjumpern (Jumper J28 auf dem Board) auf die Stromversorgung durch herkömmliche ATX-Netzteile umstellen!!! Ein solches, besonders feines Exemplar (leider fast 300 Märker teuer, weil trotz 300 Watt kompakter als alle anderen) seht Ihr unterhalb. Normale, gute, allerdings etwas sperrigere ATX-Netzteile gibt's schon für etwa 150 Mark. Zum Vergleich: Original Apple-Netzteil in USA ca. $200.- und mehr! Was sowas hierzulande kostet, habe ich mir verkniffen zu eruieren ;->

ATX-Netzteil

Noch ein paar kleine Klempnerarbeiten

Zurück zu Board und Golden Orb. Dummerweise ist der Orb, so wie er geliefert wird (Version für Intel Celeron) nicht darauf vorbereitet, auf einem G3 montiert zu werden. Da muss der Herr Doktor doch nochmal Hand anlegen. Zeit also für eine kleine Operation. Nachdem der Orb per Ratschkupplung mit einem Montagering aus Chromstahl verbunden ist, der in zwei Montagelaschen endet, liegt das Problem eigentlich nur darin, diese Laschen irgendwie fest mit den Kunststoff-Haken im ZIF-Sockel zu verbinden. Also schnell rüber zum Baumarkt und dort eine Rolle festes, aber biegbares Lochblechband besorgt. Und mit der Blechschere davon zwei kurze Stücke abgeschnitten. Die dann mit einer schmalen Zange in Form gebogen, nach Entfernen des Orb von seiner Montageplatte in die beiden Bodenstifte des Kühlers eingehängt. (Abb. Orb-Clips) Orb wieder eingesetzt, mit fester 30-Grad-Drehung in seiner Ratschkupplung arretiert. Dann den mit dem 450-MHz-G3 gelieferten Distanzring aufgeklebt und - GANZ WICHTIG!!! - etwas Wärmeleitpaste auf die CPU geschmiert (hat jeder bessere PC-Shop vorrätig). Nun den montagebereiten Golden Orb exakt über den G3 positionieren und mit der besagten Zange die beiden selbstgebauten und vorgebogenen Montageklammern unter die Klammern des ZIF-Sockels schieben. Fertig. Sitzt, passt. wackelt nicht und hat schon gar keine Luft mehr dazwischen! Womit das Board nun genau so aussieht:

Motherboard

Puh! Das war ein nervenaufreibendes und Schweissdrüsen-aktivierendes Stück Arbeit. Von dem sich Euer Dr. Frankenmac erst mal ein wenig erholen muss. Höchste Zeit für ein kühles Blondes...




Ich hoffe, Ihr, liebe Macianer, seid genau so gespannt auf Teil 3 unseres kleinen Transplantations-Abenteuers wie ich selbst. Bis dann!

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