ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 864

Projekt PowerMacincube Teil 3: Jetzt wird's eng!

Eine Reportage von Dr. Frankenmac

Autor: wp - Datum: 18.12.2000

Hallo, liebe Macianer da draussen, die ihr sehnsüchtig auf die entscheidende Phase unseres kleinen Transplantationsprojekts gewartet habt. Entschuldigung, dass es so lange gedauert hat. Aber auch ein Dr. Frankenmac verdient seine Brötchen nicht mit dem Herumwühlen in den Mac-Eingeweiden. Sondern geht einem seriösen Broterwerb nach. Allein schon, um solch ruinöse Experimente wie das hier laufende finanzieren zu können. ;-) Jedenfalls vielen Dank, liebe Geeks und Freaks, dass ihr so lange Geduld gehabt habt. Ihr werdet sehen, es hat sich gelohnt, ein wenig zu warten...

Was beim iMac geht, muss auch der PowerMacincube können

Apropos Warten. Das musste ich auch, bis ich endlich von Alternate das heiß ersehnte und zeitweise ausverkaufte Pioneer DVD-ROM zugesandt bekam, das im PowerMacincube installiert werden soll. Da der Schlitz im Magnesium-Gehäuse des Cube nur einen knappen Zentimeter hoch ist, kam nur ein Laufwerk mit Slot-in-Mechanik in Frage, und zwar das Pioneer DVD-105SZSI 16/40x in der Version mit IDE -Schnittstelle. Denn Euer Dr. Frankenmac konnte es einfach nicht übers weiche Chirurgenherz bringen, den Original-Slot des Cube so weit aufzusägen, dass ein DVD-ROM mit Schubladenmechanik dahinter gepasst hätte. Das hätte gegen meinen Macippokratischen Eid verstossen, ehrlich! Ob das DVD-105S genau so anstandslos mit den normalen Apple-Treibern in unserem verwandelten beigen G3 läuft wie das 115 oder das 103S, zu dem es unter www.xlr8yourmac.com (in der Drive Compatibility Database) ja immerhin zwei positive Berichte gibt, wird sich zeigen.

27 Liter Raum für 30 Liter Hardware

Cube leer

Wenn er so ganz leer und ausgebeint vor einem steht, könnte man meinen, dass es kein großes Problem ist, eine Hauptplatine, eine ACARD EIDE ATA/66 Zweikanalkarte, eine ATI Rage Orion Videokarte, ein DVD-ROM, eine Festplatte, eine Lautsprecherbox und ein Netzteil in einen Next Cube zu implantieren.

Einsatz (Totale)

Pustekuchen! Erst nachdem ich mich durchgerungen hatte, den Original NeXT-Einbaurahmen zur Montage der Laufwerke zu verwenden, war ein wenig Licht am Ende des Tunnels zu sehen (s.o.).

Einsatz (im Cube)

Nun haben wir also im Einbaurahmen von oben nach unten: Die "Sounddisk" (Lautsprecher in einem Gehäuse im Format einer 3,5" HD, zum Einbau in den Standard-HD-Schacht, wird an den Lautsprecherausgang der G3-Platine angeschlossen), eine Western Digital Caviar 30GB IDE-Festplatte mit ATA/66 Schnittstelle und das erwähnte Pioneer DVD-ROM, ebenfalls in der EIDE-Version. Die Festplatte wird als Master gejumpert und an IDE-Kanal 1 der ACARD-Karte angeschlossen. Warum eine IDE-Karte, obwohl die G3-Platine IDE onboard hat? Nun, ganz einfach: Um das schnelle ATA/66 nutzen zu können - die Platine kann nur ATA/33. Das DVD-ROM kommt ebenfalls als Master gejumpert an IDE-Kanal 2. Das größte Problem, soviel war eurem Doktor schon nach einem ersten groben Einpassversuch klar, würde das Installieren von Netzteil und Hauptplatine sein. Und das anschließende Vernähen, Entschuldigung, Verkabeln der Komponenten. Kein Fall für die zittrigen Hände eines kettenrauchenden Assistenzarztes in der 30. Stunde seiner Schicht in der Notaufnahme...

Kein Großprojekt ohne Kleinteile

Nach Sichtung der langsam zur Neige gehenden Kleinteile im OP musste ich mir erst einmal eine Liste der Dinge machen, ohne die eine ordentliche Transplantation nicht durchzuziehen ist. Es fehlen: ein Kaltgerätekabel mit gekröpftem Kaltgerätestecker, um das seitlich neben dem Laufwerks-Montagerahmen eingepasste Kompakt-Netzteil mit der Aussenwelt zu verbinden; Audiokabel für das DVD-ROM; ATA/66 Flachkabel für beide Laufwerke; 3M Bumpon Schutzpuffer in Größe 8 und 12 zur Montage der Hauptplatine am Boden des Cube (oder wo auch immer!); Metallwinkel, um das relativ schwere Netzteil im Cube zu fixieren; Filzscheiben, um es zu entkoppeln; und natürlich Schrauben, Schrauben, Schrauben! Also: Liste komplettiert, ausgedruckt und einen Hausbesuch bei meinem Baumarkt um die Ecke sowie bei Electronic Conrad in Frankfurt eingeplant. Wahrlich, liebe mitfiebernde Macianer, letzteres ist kein Vergnügen. Und es empfiehlt sich, alle Artikelnummern parat zu haben. Denn das Personal, nun ja, hat es nicht leicht, sagen wir mal. ;-) Trotzdem, gegen Abend bin ich wieder zurück in meinem kleinen improvisierten Mac-OP und breite meine Schätze vor mir aus.

Nichts für schwache Nerven!

Als erstes schraube ich drei Haltewinkel an die linke Außenseite des blechernen Festplatten-Montagekastens. Direkt in vorhandene Bohrungen, von denen es eine Menge gibt. Danke, Steve! Mir schwebt vor, das Netzteil in den linken Zwischenraum zwischen Cube-Außenwand und Festplattenmontage einzubauen. Naja, einzuklemmen trifftÕs wohl eher. Puh! Entweder war's Zufall oder Fügung, jedenfalls passt das Netzteil millimetergenau hinein - nachdem ich mit kräftiger Chirurgenhand ein wenig nachgeholfen habe:

Cube halbvoll

Nun quellen erst mal wie die Schläuche einer Herz-Lungen-Maschine alle möglichen Versorgungskabel aus dem auf dem Bauch liegenden, hinten offenen Cube. Während mir die OP-Schwester den Schweiss von der Stirn tupft, denke ich nach, wie ich die mit den beiden PCI-Karten bestückte Hauptplatine (s.u.) in den immer voller werdenden Cube hineinverpflanze.

Mobo komplett

Hm, es ist zwar ein wenig unelegant eingedenk der vertikalen, außenliegenden Slots der Cube-Rückwand, aber der einzige freie Platz für die Platine ist unten, parallel zur Bodenplatte. Und zwar möglichst ohne das nackte Magnesium des Bodens zu berühren. Ich grübele. Ich schwitze...




Gönnen wir Dr. Frankenmac eine kleine Pause. Folge 2 des 3. Teils folgt in den nächsten Tagen - garantiert noch vor Weihnachten!

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