ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 865

Projekt PowerMacincube Teil 3: Jetzt wird's eng! (Folge 2)

Eine Reportage von Dr. Frankenmac

Autor: wp - Datum: 30.12.2000

Mobo Dämpfer

"Bin ich schon drin? Das ist ja einfach..."

Also gut, packen wir's an. Als erstes klebe ich jeweils einen 3M Bumpon Dämpfer Größe 12 (12,7x12,7mm) auf einen in Größe 8 (20,6x20,6mm). Die beiden so entstandenen Pyramiden-förmigen Dämpfer (s.o.) klebe ich dann auf die rückwärtige Unterseite der Hauptplatine. Exakt in die Ecken. Denn diese beiden Puffer sollen die Platine im Inneren des Cube auf Abstand vom Magnesiumboden halten. Vorne - also dort, wo später die Rückwand des Cube wieder eingesetzt wird - will ich das Motherboard links und rechts durch zwei andere Puffer hindurch mit dem Boden verschrauben. Kein Problem, denn der Boden ist hier mit zahlreichen Entlüftungsschlitzen versehen. M3x30 oder M3x40 Gewindeschraube (Baumarkt!) passt hindurch. Und durch die "Alberts Distanzhülsen, weiß, 20mm x 20mm Durchmesser" (Baumarkt!), die vorne den notwendigen Abstand zum Cube-Boden halten. Verdammte Fummelei, das MoBo vorsichtig in den schräg gestellten Cube hineinzuschieben! Und dann vorne auf die beiden Distanzhülsen draufzubugsieren (schwitz!). Nun vorsichtig die linke Schraube durch den zweiten Entlüftungsschlitz von links fädeln, dabei die Distanzhülse treffen und durch das Montageloch der Hauptplatine hindurchschieben. Vorsichtig die winzige Mutter... Sch...!!! Weggerutscht! Wo isse denn hin? Ah, hier. Zum Glück nicht im Cube verschwunden. Vorsichtig mit der Pinzette herausgefischt... so! Puh, das war nervig. Kurze Pause. Meine OP-Schwester, die Gute, reicht mir einen Kaffee rüber. Koffein, jetzt? Na gut. Dann das Ganze nochmal. Und bloß nicht zittern, bloß kein Schweiss an den Füngerchen... Es klappt! Die Mutter ist dort, wo sie hingehört. Ich ziehe die Schraube vorsichtig etwas fest. Dann wiederhole ich das Procedere auf der rechten Seite, und zwar im dritten Schlitz von rechts. Diesmal gehtÕs mir leichter von der Hand. Auch festziehen, ganz vorsichtig, fertig!

Cube voll

Sitzt, passt, wackelt und hat Luft... Luft???

So, das sieht nun schon ganz gut aus (s.o.). Nun noch vorsichtig die beiden Laufwerke mit den ATA/66 Flachkabeln an der ACARD anschließen. Prima. Dann die vierpoligen Stromversorgungsstecker vom Netzteil an die Festplatte und das DVD-ROM anstecken. So. Und nun erst mal Luft schnappen. Äh, Luft? Oops! Natürlich, da sind ja auch noch zwei Ventilatoren anzuschliessen. Der Golden Orb, der den frisierten G3-Chip kühlt, und der große, in die Rückwand des Cube eingebaute Lüfter, der nach draußen bläst. Beide werden mit 12 Volt gespeist. Ich entscheide mich, den CPU-Ventilator mit einem schnell selbstgebastelten Adapterstecker von dem freien dritten Festplattenstromanschluss des Netzteils zu bedienen. Hoffentlich stimmt die Polung! Während der 12-Zentimeter-Bläser in der Rückwand des Cube seinen Strom extern beziehen soll: Ich habe noch ein 12-V-Steckernetzteil gefunden, das den kurzentschlossen vom original NeXT-Netzteil notamputierten Ventilatorstecker angelötet bekommt. Hm, ist das eine Art NeXT-Schändung? Egal. Ich stelle alle moralischen Skrupel hintenan. Schließlich gilt es, Leben zu retten ;-)

Ein prüfender Blick in den hinten offenen und nun ziemlich ausgefüllten PowerMacincube lässt mich noch ein paar schnell improvisierte Eingriffe durchführen. Zum Beispiel an den bei den PCI-Karten, die mangels Unterstützung durch ein herkömmliches Mac-Gehäuse ein wenig wackelig in ihren Slots sitzen. Ein Montagewinkel aus dem Baumarkt (wie profan) behebt das. Die beiden Kopflaschen der Karten werden daran festgeschraubt. Und der Winkel mangels passender Bohrung in der Seitenwand des Laufwerksmontagekastens mit einer Miniatur-Klemmzwinge fixiert. Sieht ein wenig unprofessionell aus, zugegeben. Aber beide Karten sitzen nun bombenfest!


schwarzes Baby

Und siehe, das Ende ist nah...

Tja, liebe Macianer, damit wäre die Operation im Großen und Ganzen abgeschlossen. Und Teil 3, der vorletzte in unserer Reihe aus den geheimen Transplantationslabors von Dr. Frankenmac, nähert sich ebenfalls seinem Ende. Ich lege ein letztes Mal Hand an und transportiere das schwarze Baby (s.o.) an seinen späteren Arbeitsplatz. Schließe das (günstig via Ebay erstandene) nachtschwarze IBM 16,1" TFT-Display an den VGA-Port der ATI Rage Orion Karte an, stöpsele das ADB-Kabel der originalen Next-Tastatur an den ADB-Port der G3-Platine.

NeXT Tastatur

Und schließe die Next-Maus an die Tastatur an.

NeXT Maus

Nun noch den Cube an das Stromnetz angeschlossen. So...

Black is beautiful

Dann das IBM-Display gestartet. Und schließlich den PowerMacincube eingeschaltet...!

Ist die Transplantation gelungen? Ist der Patient tot? Oder scheintot? Liegt er im Koma? Oder fährt er hoch? Lässt er sich booten? Wenn ja, wie? Erkennt der Apple-Treiber auf der OS9-CD das Pioneer DVD-ROM? Funktioniert die auf 466 MHz hochgetaktete G3-CPU? Oder überhitzt sie, weil der Ventilator versagt? All das und noch ein paar Sachen mehr erfahrt Ihr, liebe Macianer und -innen in der letzten, der 4. Folge unseres Projekts PowerMacincube. Bleibt dran, Leute!

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