ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 868

(Tintenstrahl-)Drucker für den iMac - Epson oder HP?

MacReview Umfrage in de.comp.sys.mac

Autor: wp - Datum: 01.01.1999

Zum neuen iMac soll ein neuer Drucker her, der im wesentlichen für Texte genutzt werden soll, aber ab und zu halt auch ein paar Farbgrafiken ausspucken muss.

Im GRAVIS-Laden werden die EPSONS empfohlen (die man dann natürlich dort direkt auch kaufen kann), während ich Berichte in Erinnerung habe, dass HP-Drucker bessere Qualität bei Schriftdruck produzieren.

Wie sind eure Erfahrungen mit EPSON-, HP- oder anderen Tintenstrahldruckern für den Mac? Heutzutage wird ja immer mit den Fotoqualitäten geworben, obwohl der Textdruck doch für die meisten noch die wichtigste Anwendung sein dürfte.

Das Fazit ist leider nicht ganz klar. Die einen favorisieren Epson, die anderen HP. Ein starkes Argument (aber auch nicht von allen unterstützt) ist, bei überwiegendem Textdruck gleich einen Laserdrucker zu nehmen. Welcher dann der richtige ist, bleibt wiederum offen. Günstig (unter anderem auch bei GRAVIS) gibt es den OKI page 4m, zu dem es sowohl positive wie auch negative Erfahrungen gibt.

Aber es gab auch Übereinstimmung - nämlich darin, sich vor der Kaufentscheidung Probedrucke machen zu lassen; Urteile über Druckqualität seien halt sehr Subjektiv.

Lest euch die einzelnen Beiträge am besten selbst in Ruhe durch. Für die zahlreichen Anmerkungen vielen Dank an: Uwe Buschhorn, Christina Deniz, Alexander Frank, Bernd Froehlich, Ulli H. Koenig, Hans-Jürgen Mandel, Thomas Nagel, Dominik Schluetter, Arndt Schmidt, Joachim Sondermann-Bieker, Zippo Zimmermann.

Übersicht:

Epson vs HP
Textdruck? Laserdrucker!
Laserdrucker für iMac/USB
Der Okipage 4m
Der Okipage 8iM




Zunächst ein paar Kommentare direkt zum Vergleich Epson vs HP:

Alexander Frank:
Textdruck ist IMHO bei den HPs am besten ! Ich arbeite seit 11 Jahren im EDV-Service und habe schon viel gesehen, gefallen tun mir aber immer noch die HPs am besten !

Zippo Zimmermann:
Die sündhaft teueren [HP] Deskjets 2500 und 1600 bei uns an der Uni bieten im Vergleich zu einem Epson 740 für wenige hundert Mark eine enttäuschende Druckqualität auf Normalpapier.

Thomas Nagel:
Die persönliche Antwort: Epson hat beschissene Treiber und miese Druckqualität auf Normalpapier. Die Druckköpfe verstopfen schnell bei häufigem Gebrauch. Eine Bekannte hat den zweiten Austauschdrucker und nach vier Monaten fängt das Ding wieder an, trotz "Patrone reinigen" Düsen auszulassen. Epson entwickelt grundsätzlich keine Drucktreiber für alte Modelle weiter. Mein 800-Treiber kann immer noch keine Vorschau und schmiert beim Ausdruck aus IE ab.

Wenn HP die massiven Qualitätsprobleme der Vergangenheit in den Griff bekommen hat, sind sie vielleicht wieder brauchbar. Das "Experiment" mit dem HP 850C hat mich immerhin viele Nerven und etwa 1000 DM gekostet. Nach einem Garantiefall, schrägem Papiereinzug, herausgefetzten Andruckrollen, Krachgeräuschen beim Drucken hatte ich erstmal die Nase voll von HP. Ob die neuen besser sind, wird sich im Einsatz zeigen.

Joachim Sondermann-Bieker:
Thomas Nagel wrote:
> Die persönliche Antwort: Epson hat beschissene Treiber und miese
> Druckqualität auf Normalpapier.
Stimmt zumindest beim 900er nicht mehr. Im Geigentum ;)

> Die Druckköpfe verstopfen schnell bei
> häufigem Gebrauch.

Will ich nicht ausschließen, aber mit meinem 800er, den ich hatte, seit er rausgekommen war, hatte ich kein Problem. (Der 900er, den ich jetzt habe, ist allerdings eine Klasse besser)

Bernd Froehlich:
Ich habe hier seit ca. 1,5 Jahren einen Epson Stylus Photo stehen und bin voll zufrieden damit. Ich hatte noch keine Verstopfte Düse und der Einzug funktioniert auch gut. Meine Hauptanwendung ist allerdings der Photodruck. Gelegentlich drucke ich auch mal Texte damit. Das geht sogar auf Umweltschutzpapier recht gut. Aber gut ist eben sehr Subjektiv.

Ulli H. Koenig:
Auch wenn ich bisher in der DOSen-Welt gelebt habe, kann auch ich sagen, dass meine Erfahrungen mit Epson Tintenstrahldruckern (fast) nur positiv waren. IMHO ist der Papiereinzug bei den Epson-Druckern besser geloest, da die Druckmedien nicht so "gefaltet" werden wie beim HP - dies fuehrt zu einer geringeren Papierstauneigung. Diese Problem hatte ich bei meinem ersten Epson Stylus Color, dessen Papiereinzug wie der des HP war. Mein Stylus Photo700 hat sich bisher noch keine Schwaeche geleistet. Meine Erfahrungen mit HP-Tintenspritzern sind bzgl. Zuverlaessigkeit eher maessig (Papiereinzug und Druckqualitaet), wobei ich hier die Treiberqualitaet fuer Mac nicht kenne. Unter WonDoze-NT sieht es sehr mau aus ...

Uwe Buschhorn:
Jo, mein Epson 600 macht auch keinerlei Probleme. [...]

Ansonsten drucke ich damit nicht nur Briefe, sondern auch sw-Grafik (Prospekte, Flyer) und gelegentlich Fotos, alles bestens. Das Papier hole ich mir aus ner Druckerei. Der Treiber ist allerdings ein grauenhaftes Stück Software. Und buggy. Die 68er User hat Epson im Stich gelassen. Naja, irgendwo ist immer ein Haken...

Der 640 kostet etwa 260 Mark, da kriegt man in der Laser-Ecke gerade mal ne Trommel für. Und - ist natürlich Geschmackssache - ich drucke lieber mit ner Flüssigkeit, als mit heiß gepresstem Kunststoffgranulat. Das glänzt immer so häßlich bei größeren, schwarzen Flächen.

Und Joachim Sondermann-Bieker noch einmal:
Habe grade meinen altgedienten Epson 800 durch den 900 ersetzt. Der 800 hat in Jahren nie Schwierigkeiten gemacht, auch nicht zB mit dem Etikettendruck. Qualität in Farbe und Schwarzweiß schien mir gut (s/w ist natürlich nicht Laser). Der 900er ist um Klassen besser. Farbdruck (Fotos) auch auf Normalpapier phänomenal. Text kommt schon in 360 dpi auf Normalpapier sehr gut und vor allem schnell, in 720 dpi ist die Qualität noch besser, die Geschwindigkeit immer noch sehr akzeptabel, IMHO.

Was mit Blick auf den iMac vielleicht interessant ist (ich habe ein Wallstreet PB): Der 900er hat seriell, parallel und USB-Schnittstelle serienmäßig.


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Empfehlungen im Zusammenhang mit der Anwendung Textdruck:

Zippo Zimmermann: Dann würde ich zu einem Laser-Drucker raten.

Ulli H. Koenig: Fuer Textdruck wuerde ich immer noch einen Laserdrucker vorschlagen

Unterstützung (zumindest gegen Tintenstrahldrucker) kam von Thomas Nagel:
Allen Tintenstrahlern gemein sind die unangenehm hohen Preise für die Originalpatronen und Lügen über die reale Druckgeschwindigkeit. Das Geschäft wird halt mit dem Verbrauchsmaterial gemacht, nicht mit den Druckern (gleiches Prinzip wie bei den Handys).


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Aber was gibt es an Laserdruckern für den iMac mit USB?

Dominik Schluetter:
Oki hat einen kleinen USB-Laser ohne Postscript und Lexmark einen mit, viel mehr Auswahl hat man im Bereich unter 1000,- DM nicht. Das war allerdings damals(TM) zu Zeiten der seriellen Schnittstellen nicht anders.

Mit besserer Ausstattung (nämlich incl. Postscript & Ethernet) geht es dann ab 1500,- DM (wieder Oki ...) weiter, nach oben sind eigentlich keine Grenzen gesetzt. Diese Geräte lassen sich dann praktischerweise auch einfach ins Netzwerk hängen.

Hans-Jürgen Mandel:
Ich habe heute gerade den neuen Comspot-Katalog mit der Post bekommen. Da sind drei Laserdrucker von GCC (Elite 12/600, Elite 12/600N, Elite 12/1200 N) drin - mit USB-Schnittstelle.

Ich kenne die Firma allerdings nicht, daher weiss ich nichts über Qualität usw. Preis zwischen 1.689,- und 2.389,-

Arnd Schmidt (direkt zu Hans-Jürgen):
Sind ganz gut, haben die letzten Laserdrucker von Apple produziert.


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Speziell diskutiert wurde der OKIPage 4m:

Christina Deniz (Chrissie):
Weshalb ich mich auch nach langem Überlegen für den preiswerten s/w-LASERdrucker OKIPage 4m (600 dpi) entschieden habe. Preiswert bezieht sich hier nicht nur auf die Anschaffungskosten (DM 530,-) sondern auch auf die Verbrauchskosten (Toner: DM 45,-; reicht für ca. 1.200 Seiten; die Bildtrommel [eine neue kostet DM 219,-] für bis zu 10.000 Seiten) - bei niedrigerer dpi-Zahl entsprechend mehr. Da ich viele Seiten Text im Monat auszudrucken habe, macht sich das schnell bemerkbar. Zum Vergleich: Eine Tintenpatrone (schwarz) z.B. für den HP 815C kostet DM 55,60, dreifarbig DM 63,-. Die Epson-Patronen für die kleineren Stylus Color-Modelle sind etwas preiswerter; für die 3000er-Reihe zahlt man pro Farbe aber iirc um die 100 Mark.

Dazu eine Warnung von Alexander Frank:
Kenne ich schon lange als OP 4w/plus, ist ein Laser (LED) für den Heim- gebrauch. Ich würde damit niemals mehr als 100 Seiten pro Woche drucken.

Ich weiß, wovon ich rede, ich arbeite seit 11 Jahren im EDV-Service und da genauso lange mit OKI-Druckern. Und ich hatte schon mehrere OP4w, die nicht mehr reparabel waren (Einzugsmechanik defekt / überhitzt) !


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Und dann kam - unabhängig von der Umfrage - eine Frage von Wolfram Söns zum Okipage 8iM.

Dazu Klaus Behrendt:
Der 8iM ist IMHO empfehlenswert, wenn Du

-keine Farbausdrucke brauchst -ausschliesslich oder ueberwiegend Textdokumente druckst, davon aber wiederum soviele, dass Dir ein Tintenstrahler zu langsam ist -auf Geschwindigkeit Wert legst (ob es wirklich acht Seiten pro Minute sind, habe ich nicht nachgeprueft, aber wenn man einen Epson Stylus Color 740 gewohnt ist, druckt der Oki rasend schnell) -nicht das Geld fuer einen "richtigen" Laserdrucker ausgeben kannst/willst -gewisse Kompromisse bei der Druckqualitaet eingehen kannst/willst (beim Vergleich Okipage 8iM mit Epson Stylus Color 740 schneidet der Oki IMHO geringfuegig schlechter ab. Die Ausdrucke auf dem Oki wirken etwas blass und nicht ganz so scharf wie beim Epson. Solche Urteile sind aber stets subjektiv. Am besten vor dem Kauf von allen in Frage kommenden Druckern Probeausdrucke machen lassen und vergleichen.

Guido Brenke:
Ich habe das Ding gekauft und bin recht zufrieden damit. Der Preis von 700,- hat mich überzeugt. Der Treiber ist gut und vor allem schnell, zumindest auf meinem 9500/G3-400. Vor allem wird das DesktopPrinting unterstützt.

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