ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 896

Macworld EXPO Tokio

Keynote: ein erster Kommentar

Autor: wp - Datum: 22.02.2001

Also, was hat sich nun ereignet im Land der aufgehenden Sonne (oder war es die untergehende? meine Allgemeinbildung lässt mal wieder zu wünschen übrig - aber vielleicht hängt das einfach von der Blickrichtung ab ;-). Mal schön der Reihe nach, und natürlich völlig subjektiv und gefühlsecht:

MacOS X: Sicher nicht schlecht, dass MacOS X mit japanischen Zeichen problemlos zurechtkommt. Immerhin ist Japan ein klassisch wichtiger Mac-Markt, der aber zuletzt überproportional hatte Federn lassen müssen. Gut ist auch zu hören, dass die Zahl der Anwendungen für System 10 steigt und steigt und im Sommer ganz erklecklich sein wird. Wenn man dann noch überlegt, dass man allen möglichen Kram, der für Unix und das X Window System geschrieben wurde, in der Regel auch demnächst auf dem Mac haben kann, kommt schon einiges zusammen (ich nehme mal einfach an, dass Stevie den X-Windows-Kram nicht mit eingerechnet hat - das sind für ihn wohl keine echten Aqua-Applikationen).

PowerBook G4, Power Mac, Pentium-Burning: das hatten wir schon.

nVidia GeForce 3: Alright, eine weitere Grafikkarte im Hochleistungsbereich tut der Macintosh-Plattform auf jeden Fall gut. Immerhin spielt für Apple Digital Video schon länger eine wichtige Rolle, hier haben die Obsthändler aus Cupertino mit iMovie bzw. FinalCut Pro und zuletzt auch iDVD bzw. DVD Studio Pro softwaremäßig ziemlich viel zu bieten. Da muss die Hardware natürlich unbedingt mithalten, ein paar Firewire-Anschlüsse tun es da nicht. Und auch für die Gamer unter uns (klar, wir spielen alle natürlich nur zu Hause und in der Freizeit ;-) muss gesorgt sein, auch im Spielebereich ist Apple mit der Kombination von MacOS X und OpenGL softwareseitig ganz gut dabei.

Digital Hub: Nun gut, vielleicht hatten die Japaner es ja noch nicht mitbekommen, dass der Mac auch für sie das ideale Zentrum ihres digitalen Lebens ist. Allerdings mag der Punkt in Japan schon noch einmal ein ganz besonderer sein, die Japaner sind notorische Spielkinder, technikbegeistert und haben oft auch das nötige Kleingeld, um sich mit digitalen Kinkerlitzchen zu versorgen. Wie sagt doch der Japaner: Toys 'l' us! (Sorry, bessere Witze gehen um die Uhrzeit nicht. ;-) Dass Steve Jobs die CD-Brennerei so hervorhebt, ist auf der einen Seite etwas peinlich (Apple und CD-Brennen, das hatte bisher was von Microsoft und Internet: glatt verschlafen!), aber lässt auch hoffen, dass die diversen noch bestehenden Mac-ken, was zum Beispiel die Kompatibilität von Disk Burner angeht, schleunigst behoben werden.

Cube: Die Preise sinken, die Ausstattung steigt, und endlich auch für den Silberwürfel "Power to Burn". Nett.

iMacs: 600 MHz, das hat doch was. Rein numerisch mitten drin in der aktuellen PowerMac-Gilde. Klar, G3 ungleich G4, der Profi wird das zu unterscheiden wissen, aber die Normaluser unter uns wird es freuen, wenn sie im Muskelspiel der Taktfrequenzen den iMac-Bizeps nun deutlich mehr schwellen lassen können. Video und Spiele sind ja nicht nur etwas für Power(Mac)-User. Nicht schlecht finde ich die Festplattengrößen bis 40MB, auch das wird dem Video-Spaß dienlich sein. Nicht zuletzt die neuen Farben: Klingt doch zu scharf, was Lars so schreibt. Will ich sehen!

Schluss: Äh, Moment, das war's!? Keine iBooks? Huh, das ist vielleicht die größte Überraschung, die Steve Jobs in Tokio auf Lager hatte. Angesichts der üblichen Produktzyklen war ein Update der tragbaren Consumer-Macs eigentlich fällig - hier haben die Auguren doch ziemlich falsch gelegen. Wie kommt's? Vielleicht wollen die Marketiers bei Apple den Preisverfall bei TFT-Displays noch ein wenig abwarten, um dann iBooks mit 13-Zoll-Schirmen zu einem guten Preis anbieten zu können.

Fazit: Heute beginnt hier im Rheinland der Karneval, vielleicht wird das ja wenigstens lustig. ;-)

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