ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 899

Macworld EXPO Tokio

Flower Power - Kraftprotz im Blumenkleid

Autor: wp - Datum: 22.02.2001

Wir hatten ihn hier. Das neue Flagschiff im 68er-Design.

Technisch kommt mit dem Flower Power iMac kein Blumenkind, sondern eher ein kerniger Marine daher - im bunten Tarnmantel halt. Für 1942 Euro sollte man allerdings auch etwas erwarten können. In seinem Inneren schlägt ein PPC 750 cx von IBM, der mit 600 MHz getaktet ist. Der Systembus werkelt mit 100 MHz, was durchaus schnell genug ist. Das Geile an der Kiste ist der 256 KB L2-Backside-Cache, der mit vollem Prozessortakt läuft, da macht das Arbeiten schon richtig Spaß. Arbeitsspeicher auch für OS X optimal: 128 MB. Und wem das nicht reicht, der kann ja in den 2. DIMM noch einen Riegel ganz nach Bedarf einstecken (übrigens, die Preise für Speicher waren noch nie so tief wie im Moment). Damit der geneigte User auch etwas sieht, sorgt eine ATI Rage 128 Pro 4XL Ultra für eine wirklich exzellente Darstellung. Wer gerne mal etwas präsentieren möchte, kann das Bild des Monitors über den VGA-Ausgang an einen Beamer schicken (obwohl ich da dann schon ein iBook vorziehen würde, denn schwerer ist der iMac alle Mal). Für genug Platz sorgt eine 40 GB Ultra ATA Platte - von IBM, wenn ich mich nicht irre. Das integrierte CD-RW-Laufwerk (8x4x24x) sorgt auch für zügiges Brennen. Die Anbindung an die große weite Welt erreicht man mit dem integrierten 56K-V.90-Modem, der 10/100BaseT Ethernetkarte oder über FireWire (2x) respektive USB (2x). Außerdem ist natürlich auch für AirPort alles schon vorbereitet.

So, mehr technische Details will ich aber gar nicht mehr schreiben, schließlich sind wir bei den MacGuardians, und ich schreibe lieber ein kleines Look&Feel-Review.

Wer sich dennoch für Details interessiert, der kann sich ja das hier ansehen:

iMac2001 Details

Erstes Einschalten... habe ich gar nicht gemacht... war meine Freundin. Sie steht mit Computern auf Kriegsfuß und will es eigentlich auch gar nicht ändern. Nach einer Shopping-Tour durch Bonn konnte ich sie allerdings überreden, sich vor den iMac zu setzen und ihn einzurichten.

Sie war erstaunt, wie leicht das ging. Der Mac stellt Fragen (und gibt auch Erklärungen, was die einzelnen "Fremdwörter" bedeuten), und die werden dann der Reihe nach beantwortet. In 10 Minuten wäre sie wirklich im Internet gewesen (ab dem Öffnen der Kartons). Allerdings sollte man alle Daten, die man für seinen Mail-Account oder die Einwahl ins Netz benötigt, bereit liegen haben.

Aber so einen Bericht hatten wir ja schon, also will ich darüber auch nicht mehr schreiben. Nur eins noch: Sie hat abschließend gefragt, warum ich denn einen G4/400 hätte, wenn mit dem iMac doch alles so einfach gehe... ;-)

Also, zweites Einschalten: Ich habe mich über die Stille gewundert. Ja, werdet Ihr jetzt sagen, der hat doch schon lange keinen Lüfter mehr, sollte ich eigentlich wissen. Das meine ich aber gar nicht. Ich habe auch die Festplatte nicht gehört. Kein krkrkrkrk wie beim letzten iMac DV SE.

Die Festplatte war ja auch noch nicht fraktioniert. OK, das läßt sich ändern. Ich habe also ein wenig über 3 GB Daten auf das gute Stück geladen, mehrere wieder gelöscht (ca. 1 GB), die Platte mit Norton Utilities mal angesehen und war erfreut über die Lücken, die jetzt auf der Platte zu sehen waren.

Also, schnell mal Photoshop starten, Bilder laden ­ nix. Ok, dann Heavy Metal FAKK 2 ­ nix. Diablo II ­ nix. Alles blieb still. Und wenn man die Schreib-/Lesezeiten aus der Macwelt ansieht, dann ist das auch nicht langsam, was die Platte da so vollbringt: 28 MB/s für¹s Schreiben und knappe 19 MB/s beim Lesen.

An Geschwindigkeit mangelt es dem Rechner auch sonst in keiner Weise. Ich habe ein wenig mit meinem G4 verglichen und konnte keine wesentlichen unterschiede feststellen (natürlich nur bei Programmen, die nicht für den G4 optimiert sind). Nice.

Aber was für einen Unterschied gibt es denn zum 500 MHz Modell? Lohnt der Unterschied? Vielleicht. Im 600er wird ein anderer Chip verbaut.Wie wir schon berichteten, läuft im Flagschiff ein IBM PPC 750cx-Chip. Der in den kleineren Modellen verbaute Chip kommt von Moto und ist ein MPC 750-Chip. Der Neue von IBM hat einen 32 KB L1-Cache und einen 256 KB L2-Cache. Und, wie oben schon erwähnt, läuft er in vollem Prozessortakt, weil er direkt auf ihm aufsitzt. Das kleinere Modell mit 500 MHz hat aber einen 512 KB L2-Cache (200 MHz), so daß der Geschwindigkeitsvorteil nur relativ gering ist.

Farblich sieht er gar nicht so knallig aus, wie es auf den Bildern, die überall publiziert werden, den Anschein hat. Ich habe den kleinen einmal selber fotorafiert:

iMac 2001 flowerpower

Ich habe leider keine freie weiße Wand in meiner Wohnung (mein Arbeitszimmer ist blau, das Wohnzimmer gelb, die Küche vollgestellt, das Schlafzimmer... nee), deshalb der gelbe Hintergrund. :-)

Und Software - was liefert Apple denn so mit? Also, iTunes (liegt in der deutschen Version 1.0 bei), iTools (hey, mac.com hat einen SMTP Server, also ist das Versenden und Empfangen über diesen Server jetzt möglich), iMovie in Version 2.0.3 und ein paar Spiele. Nanosaur (kennen wir sicherlich alle), Bugdom (dito) und CroMag Rally (ich hätte es besser nicht installiert, denn ich habe laaaaange davor gesessen).

Tastatur und Maus kennen alle schon. Nachdem der iMac im Karton meine Wohnung wieder verlassen hatte, erinnerte nur noch der Duft nach Hanf an seinen Besuch...

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