ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 949

Projekt: iBook Radikal (Teil 2)

Eine Reportage von Markus Ammann alias Dr. Macinstein

Autor: wp - Datum: 20.01.2002

Die letzten Hüllen müssen fallen

Nachdem ich im ersten Teil den Deckel vom Weiß befreit habe, kommt nun der Batteriedeckel dran. Da das Teil nur mit doppelseitigem Klebeband befestigt ist, treten keine größeren Probleme auf. Mit der Schleifmaschine ist auch das Weiß in 5 Minuten Vergangenheit.

So, nun wird es kompliziert, jetzt geht es definitiv an die Eingeweide. Flugs hat der Doktor geprüft, ob auch sämtliches Operationsbesteck vorhanden ist - nun kommt der erste Schnitt.

Die drei Innensechskantschrauben im Boden sind schnell entfernt. Dass es unter den drei Gummifüssen auch noch Schrauben hat, muss man erst mal wissen - ach ja, und im Batteriefach befinden sich auch noch mal zwei. Damit der liebe Doktor später noch weiß, wohin die vielen Schrauben kommen, hat er sie vorsorglich auf A4 Blätter geklebt und angeschrieben.

Nun sollte sich der Boden eigentlich lösen lassen ... "Mist! Das Ding sitzt ganz schön fest!!" Erste Schweißtropfen bilden sich auf Dr. Macinsteins Stirn. Mit viel Gefühl und einem flachen, kleinen Schraubenzieher ist aber der Boden bald aus seinen Verankerungen gehebelt.

iBook geschaelt

Mit Volldampf Richtung Hauptplatine

Aha, die obligaten Abschirmungsbleche sind ebenfalls mit diversen Schrauben befestigt. Um weiter vorzudringen, müssen diese natürlich raus. So, nun geht's oben weiter: Um die Tastatur ganz zu entfernen, sollte zuerst das "AirPort-Blech" gelöst werden, danach kann man den Stecker des Keyboards abziehen. Den Rest erspare ich dem geneigten Leser ... Jedenfalls: nach diversen Schrauben und Abschirmungsblechen kann der Doktor die ersten Blicke auf die Hauptplatine erhaschen. Nachdem die Festplatte gelöst ist und nach weiteren Schrauben und Steckern liegt endlich das Objekt der Begierde vor mir.

Hauptplatine

Operation am offenen Herzen

Ab hier wird es wirklich haarig und ich rate selbst dem erfahrenen Hobby-Chirurgen von diesem Eingriff ab. Wer sich von dieser Warnung nicht abschrecken lässt, dem sei gesagt: Jede Operation muss wohl durchdacht sein, und auch Dr. Macinstein geht nochmals über die Bücher, um alle Schritte im Kopf durchzudenken.

Nachdem die Schwester den Lötkolben vorgeheizt und mir die Pinzette in die Hand gedrückt hat, wendet sich der Doktor nun zuerst dem Systembus zu: Um von 66 MHz auf den gewünschten Wert von 100 MHz zu kommen, muss eigentlich nur der Resistor von R341 nach R340 versetzt werden. "Uff, das Ding ist aber klein!!" Wieder bilden sich Schweißperlen auf Dr. Macinsteins Stirn. Vorsichtig packt er das Ding mit der Pinzette und löst es an beiden Enden mit dem Lötkolben. Wer bei dieser Aktion zittert oder zu forsch mit der Pinzette am Resistor reißt, hat verloren. Gut, scheint geklappt zu haben, nun vorsichtig bei R340 einlöten. Das ist fast noch schwieriger als das Auslöten... Nachdem der erste Teil der Operation offensichtlich gelungen ist, muss der Doktor erst mal in den Aufenthaltsraum, um sich etwas zu entspannen, denn der schwierigste Teil des Eingriffs steht ja erst noch bevor.

Wie viel MHz dürfen es sein?

Die Hauptplatine des iBooks ist bis 800 MHz ausgelegt (da weiß man ja nun, was Apple in nächster Zeit noch alles plant ...). Nun kommt die Qual der Wahl: Wie hoch soll der liebe Doktor nun seinen Patienten takten? Jemand anderes hat sich für 600/350 MHz entschieden. Da Dr. Macinstein aber eher für "runde" Zahlen ist, sollen es bei meinem Opfer 600/400 MHz sein. So, nochmals gecheckt, welche Resistoren verändert werden müssen, und frisch ans Werk. Im Ganzen müssen 3 Stück aus- und an anderer Stelle wieder eingelötet werden. Die Operation dauert fast genau eine Stunde und danach ist der Doktor wirklich fix und fertig. Zeit, sich ein Gläschen hochprozentiges Desinfektionsmittel zu gönnen.


Im nächsten Teil kommt die Stunde der Wahrheit. Erwacht der Patient aus der Narkose? Wenn ja, wie? Stellen sich Komplikationen ein? Wer es wissen möchte, sollte den dritten Teil nicht verpassen.

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