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ARCHIV :: # 979

Monkey Island IV: Escape from Monkey Island

Autor: wp - Datum: 03.07.2001

Es ist vollbracht. Ich habe mich durch die Welt der Affen geschlagen und bin nach verwirrenden Abenteuern im Drei-Insel-Reich wieder unter die normalen Mac-User gegangen. Kein gieriges Schielen nach dem walkthrough mehr, aber auch kein fröhliches Grinsen bei altbekannten Scherzen. Das anklagende Fazit zu diesem Spiel lautet: es gibt so wenige Adventures heutzutage! Jede Wette, man könnte ähnlich witzige Adventures mit noch schrägerem Humor machen und das alles viel besser - aber blöderweise tut es keiner. Monkey Island IV ist natürlich nicht so gut wie Teil 1 oder 2, und von der Story etwas dämlicher als Teil 3. ABER: es ist immer noch ein saucooles Spiel, das sich echt lohnt. Die Grafik ist wirklich gut, wenn auch für meinen Geschmack manchmal zu detailreich. Wie ich schon in einem preview moniert habe: DIE STEUERUNG IST KOMPLETT BESCHEUERT! Was war denn so schlecht an normalem Klicken? Wieso muss ich mich jetzt mit figur- oder kamerabezogenen Perspektiven in widersprüchlichen Kameraeinstellungen herumschlagen? Wieso hat man nicht einfach die Steuerung von "Full Throttle" genommen, wenn man schon etwas Neueres wollte? Okay, LucasArts hört mich nicht. Wer sich aber zum Kauf des Spiels entschließt, und eigentlich würde ich das für ein paar fröhlich vergambelte Ferienstunden schon empfehlen - der sollte sich in diesem Punkt auf etwas Ungemach einstellen.

Guybrush and Elaine

Kommen wir zum Plot: die Turteltäubchen Elaine und Guybrush kommen von der Hochzeitsreise zurück, Elaine wurde für tot erklärt und ein mieser Immobilienmakler will ihren Posten als Gouverneurin von Mêlée Island antreten. Ab hier muß sich Guybrush warm anziehen, denn Elaine kommandiert ihn ganz hübsch herum - bis er wieder bei den Affen landet...

Einige Bekannten aus den bisherigen Spielen sind wieder mit dabei: Stan, die Voodoo-Lady, Carla, die Schwertmeisterin, Herman Toothrot... aber da fehlt doch jemand? Mehr Affen als in allen bisherigen Spielen zusammen - dieser Werbeslogan stimmt, es gibt einige Kämpfe mit Affen auszustehen - keine einfache Aufgabe. Wie in den bisherigen Spielen muß man die seltsamen Spielregeln durch einige verlorene Duelle lernen und dann zum Gegenschlag ausholen.

Anwaelte

Der feine Humor bleibt wohl durch die Übersetzung etwas auf der Strecke, manchmal ist es dennoch zum Brüllen. Mit dem Piraten Meathook, der statt Händen nur zwei Haken hat, plaudert man über die schlechte Auftragslage in Adventures. Der alte Freund beschwert sich daraufhin, keine Rollen zu bekommen - sogar für einen Ego-Shooter habe er sich schon beworben, aber die Waffen seien ihm immer aus der Hand gefallen. Gefällige Seitenhiebe auf "Titanic" und "StarTrek" sind durchaus nicht nur Eingeweihten zugänglich, und selbst im Abspann ruft Guybrush noch nach Hilfe. "George! Mike! ... Johnboy?"

Okay, ich werde jetzt nicht alle Witzlein aus der Kiste lassen. Angenehm und total unrealistisch ist wie bei allen LucasArts-Spielen, dass man keinen endgültigen Fehler machen kann, der einem das Spiel versaut. In jedem Stadium kann man das Ziel erreichen, und schon verlorene Gegenstände können wiedererlangt werden. Schade ist, dass das Adventure eine Spur realistischer geworden ist - in den früheren Folgen wäre Australien als Land niemals vorgekommen, weil das ganze setting rein fiktional ist. Auch gibt es nun eine Vielzahl an Beleidigungs-Kampfsportarten, die auch nicht unbedingt notwendig gewesen wären.

Lucre Island

Die Landkarten sind wunderbar gezeichnet und ergeben mit der Musik von Michael Land wieder eine heile Piratenwelt, in der man gerne für ein paar Stunden abtaucht. Nur manchmal behelligt durch den blöden Protagonisten, wenn er brüllt: "Hey, ich bin Guybrush und hab Dir damals in Vietnam den Arsch gerettet!"

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